Detektei Ahlen

Die A&B Detektive mit der Detektei für Ahlen

Willkommen bei der Detektei A & B

Hier sind Sie genau richtig. Unsere Teams ermitteln in sämtlichen geschäftlichen und privaten Fällen.
Die Detektive unserer Teams bestehen aus erfahrenen Ermittlern, denn "Erfahrung schafft sichere Ergebnisse". Jeder einzelne Auftrag wird ermittlungstechnisch mit dem jeweils aktuellem strategisch- und technischem Ermittlungs-Know-How durchgeführt.

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Die Detektivgeschichte aus der Detektei Ahlen

 

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Der Bums auf dem Holzweg

Der Oldtimer – Sammler aus Münster
 
Das alte Ahlener Siegel aus dem 13. Jahrhundert enthält den Vermerk: Urkunde vom 21. Mai 1255: „Die Stadt Ahlen tritt zu der Stadt Köln in Landfrieden-Verhältnis.“  Damit war eine Art Bündnis zwischen den ungleichen Partnern geschlossen worden, mit der Vereinbarung, Streitigkeiten und Fehden nicht mit Gewalt durchzuführen, sondern friedlich. Wollte Ahlen sich damit eine gewisse Ruhe vor den Kölnern verschaffen? Es kann vermutet werden, dass Ahlen damals dem Rheinischen Städtebund beitrat, der nur von 1254 bis 1257 Bestand hatte und insgesamt 59 Städte umfasste – mit dem Ziel, angesichts der damals herrschenden Unsicherheit im Reich eine Art Schutzbund zu schaffen. Es war also offenbar kein Privatkrieg zwischen Köln und Ahlen - schliesslich lagen die beiden Städte fast 120 Kilometer auseinander, und solche Entfernungen bedeuteten im Mittelalter gehörige logistische Probleme, wenn man sich gegenseitig ein Kämpfchen androhen wollte. Nun, die Zeiten sind ja inzwischen deutlich friedlicher geworden, selbst zwischen Rheinländern und Westfalen…

Auf dem Holzweg, da wo Lütgeweg, Schmalbachstrasse und Bergstrasse  zusammenkommen, war ein deftiger Unfall passiert, zwar nur mit Blechschaden, aber der war erheblich. Drei Fahrzeuge waren zusammengeraten, und das Ganze wäre nicht so erwähnenswert, wenn nicht so teure und grosse Fahrzeuge darin verwickelt worden wären. Einer der Wagen, ein alter Ford Granada,  war als historisches Fahrzeug mit dem H-Kennzeichen versehen,  war also älter als 30 Jahre,  der andere war ein schwerer Daimler, und der dritte war ein ganz normaler Golf. Der Golf gehört einer Hausfrau aus Ahlen, der historische Granada war in Münster zugelassen, und der Daimler hatte ein Kennzeichen mit NRÜ – kam also aus Neustadt am Rübenberge. Diese Zulassung stand lange Zeit in der „Übersetzung“  für „Nur-Rechts-Überholer“, bis die Neustädter seit einiger Zeit Hannöversche Kennzeichen bekamen.  Es ging nicht so sehr um die Feststellung der Schuld – die war bald erkannt: der Daimler war dem Granada ins Heck gebrettert, und die Ahlener Hausfrau war zu allem Überfluss dem Daimler leicht schräg in die Seite gerollt, als der so plötzlich bremste.  Die Polizisten, die den Unfall aufnahmen, merkten sehr bald, dass kein Alkohol im Spiel war, und nach Lage der Dinge war der Fahrer aus Neustadt ziemlich ungebremst in den Münsteraner Granada hineingefahren. Die Polizisten schrieben eine Verwarnung für den Fahrer aus Münster aus, die Ahlener Hausfrau bekam auch eine, weil sie den Daimler touchiert hatte – und  „Sieger“ war der Ford-Fahrer. 

Der Ford musste auf den Transporter, er war nicht mehr fahrtüchtig. Daimler und Golf konnten aus eigener Kraft weiterfahren.

Zwei Wochen nach dem „Bums auf dem Holzweg“ – so nannten wir den Fall später – bekamen wir einen Anruf von der Haftpflicht-Versicherung,  bei der der Daimler-Fahrer versichert war, aus Hannover. Wir fuhren hin und bekamen einen  Auftrag, den wir nicht erwartet hatten: der Fahrer des Daimlers, der den Ford angebumst hatte, hatte seiner Haftpflichtversicherung den Schadensfall gemeldet, und der geschädigte Ford-Fahrer war seinerseits auch in Kontakt mit der Versicherung getreten. Und dabei hatte sich herausgestellt, dass der Fahrer des Ford bei eben dieser Versicherung innerhalb weniger Monate bereits zum dritten Mal seinen Granada als beschädigt gemeldet hatte – was er nicht wusste, war, dass die Versicherungen zwar unter verschiedenen Namen aktiv waren, aber hinter der ersten „Fassade“ liefen die Informationen auf dem gleichen Grossrechner zusammen. Dabei war diese Besonderheit herausgekommen, und die Mutterversicherung bat uns, die A&B Detektive, nach dem Fahrer und Halter des alten Ford einmal genauer Ausschau zu halten. Es bestand der Verdacht, dass der Halter des Fahrzeugs die Unfälle manipuliert haben könnte.

Wir nahmen uns des Falles an. Der Wagen, mit dem der Unfall passiert war, hatte zwar Münsteraner Kennzeichen, aber der Halter wohnte nicht in der Studentenstadt Münster – dort hatte er nur den günstigen Tarif bekommen. Er selbst wohnte in einer Nachbargemeinde, und er hatte eine Zweitwohnung in Münster.

Es dauerte eine Zeit, bis wir den Mann überhaupt mal gesehen hatten, den wir suchten.  Wir staunten nicht schlecht: er besass offenbar nicht nur ein historisches Auto, sondern deren mehrere, und darüberhinaus besass er eine eigene Autowerkstatt! Das war allerdings ein wenig fremd, und als wir der  Auftrag gebenden Versicherung  diese Tatsache mitteilten, da wurde die sehr nervös und ordnete höchste Eile und maximalen Einsatz unsererseits an.

Wir beobachteten und fotografierten, wir filmten und fuhren viele Kilometer hinter immer wechselnden alten Autos her – und dann passierte das, womit wir nicht gerechnet  hatten: der Fahrer, den wir ja schon seit einiger Zeit  beobachteten, war diesmal mit einem alten VW-Käfer unterwegs, natürlich mit dem „H“-Kennzeichen, und er hatte einen von einem anderen Verkehrsteilnehmer verursachten Unfall – so jedenfalls sah es aus. Wir standen am Unfallort und hielten uns als Zeugen zur Verfügung.  Die Polizeistreife, die den Unfall aufnahm, tat routiniert ihre Arbeit. Es sah wieder so aus, als ob der andere Fahrer Schuld habe – und der Fahrer mit dem historischen VW-Käfer hatte wieder einen teuren Unfallschaden, deren Reparatur aber die Versicherung eines anderen Autofahrers bezahlen sollte.

Inzwischen hatten wir einen diskreten Blick in die als Grossgarage getarnte Autowerkstatt geworfen, und fanden darin neuwertige Kotflügel und Stoßstangen älterer Automodelle, die aber gekonnt auf „alt“ gemacht waren.

Unser ausführlich bebilderter und dokumentierter Bericht erzielte grosse Wirkung bei unserem Auftraggeber.

Die Versicherung setzte sich mit der Polizeidienststelle in Verbindung, die den letzten Unfall aufgenommen hatte. Nun, wenn jemand Versicherungsbetrug wittert, werden alle ganz wach – und so passierte es auch hier. 

Die Ermittlungen brachten es an den Tag: der Münsteraner Sammler von Oldtimern hatte relativ neue Fahrzeuge in seiner eigenen Werkstatt auf alt getrimmt und als historisch angemeldet, obwohl die Autos jünger waren. Wenn dann ein Unfall passierte, wurde der ganze Fall offiziell, natürlich reparierten die Fachwerkstätten die „Oldtimer“ teuer und aufwändig – und so erst wurden die neuen Autos zu echten „alten Wagen“ – und die Dokumente waren auf einmal echt und in Ordnung. Nach einigen Wochen wurde dann das so „gealterte“ Auto an einen Liebhaber für viel Geld verkauft – und der Sammler baute sich wieder ein neues altes Auto zusammen.

Um das aber so hinzukriegen, mussten die Autos also zunächst einmal einen Unfall „erleiden“, und das musste so passieren, dass ein anderer diesen Unfall verursachte. Dazu aber fuhr der Sammler aufmerksam durchs Land, wartete, bis er einen Unfall verursachen konnte, den er dann einem anderen anhängen konnte – nun, das war die ganze Geschichte.

Übrigens – das Wort „Oldtimer“ ist genau so ein deutsches Wort wie „Handy“ – kein Mensch in England oder Amerika nennt ein altes Auto dort „Oldtimer“ – da heisst so was „vintage car“.

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