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Die Detektei A&B Detektive | Einsatzort Bad Homburg *

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Die Detektivgeschichte aus der Detektei Bad Homburg *

 

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Das Spitzenrestaurant und sein Chefkoch

Frank H. und die Zehn-Prozent-Abmachung
Über Bad Homburg vor der Höhe liessen sich viele Geschichten erzählen, allerdings sind gewiss mehr Geschichten hinter den Kulissen passiert und werden deshalb auch nicht öffentlich gemacht – da wo das Geld regiert, wo die Reichen und die Mächtigen wohnen, wo das Durchschnittseinkommen zu den höchsten in Deutschland gehört, wo die höchsten Grundstückspreise im ganzen Land gezahlt werden – da gehört Diskretion zu den größten Tugenden.

Freilich sind hier auch Dinge passiert, die sich nicht verheimlichen liessen – so zum Beispiel die hübsche  Angewohnheit, die „Wilhelm Zwo“ – der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm der Zweite, hatte. Wilhelm Zwo hatte, nachdem er im Jahre 1888 deutscher Kaiser wurde, die Stadt Homburg zu seiner Sommerresidenz erkoren und lebte, wenn er in der Stadt war, regelmässig im Schloss. Und da hatte er sich zur Gewohnheit gemacht, den zu der Zeit in Bad Homburg tätigen Bürgermeistern den Titel „Oberbürgermeister“ zu verleihen – ein Titel, der diesen Herren eigentlich gar nicht zustand.  Nun, es kostete den Kaiser ja nichts, und die Mächtigen haben es ja stets verstanden, huldvoll Privilegien und Titel zu verteilen, die nichts kosten – und die andererseits auch nicht einbringen – das gilt bis heute. Nach Ende der Monarchie mussten die Stadtoberhäupter ohne diese kaiserliche Beförderung auskommen – erst nach dem 2. Weltkrieg wurden die Damen und Herren wieder „Ober...“.

Ein wirklich berühmter Bewohner der Stadt war der russische Dichter F. M. Dostojewski, der dort jahrelang Gast war, wohl auch der Spielbank wegen. 

Eine weitere Berühmtheit ist der „Homburger  Hut“, der in der Stadt gemacht wurde, und den Wilhelm Zwo berühmt gemacht hatte – so führte  sein englischer Onkel, der spätere König Edward VII, den Homburger in internationalen Diplomatenkreisen ein. Der Hut wurde noch bis in die 1950er Jahre zu festlichen Diplomatenanzügen getragen.

Die Geschichte, die wir, die A&B Detektive, in Bad Homburg zu erledigen hatten, dürften wir eigentlich nicht erzählen, wenn – ja wenn sie nicht so normal wäre, dass sie auch in jeder anderen Stadt hätte passiert sein können.
 
Eines der Restaurants in der Umgebung der Stadt hatte einen Chefkoch, Frank H., der sich dadurch auszeichnete, dass er nicht nur hervorragend kochte, sondern auch ein sehr geschickter Rechner war – er verstand es, die Preise für die Einkäufe so geschickt zu verhandeln, dass der Restaurantbetrieb dem Besitzer wirklich grossartige Einkünfte bescherte – denn die Preise, die das Haus für die angebotenen Spezialitäten verlangte, waren der hohen Qualität entsprechend  am oberen Ende – und sie wurden auch gern bezahlt. Der gute Ruf des Hauses wurde bestätigt durch die langen Wartelisten bei Tischreservierungen  - und wer ohne vorherige Reservierung in das Restaurant kam, hatte normalerweise keine Chance, einen Sitzplatz zu bekommen.  

Der Besitzer des Restaurants, Rechtsanwalt Dr. K., der in Frankfurt seine Kanzlei betrieb, freute sich über diese beträchtliche Nebeneinnahme, die allmonatlich auf seinen Konten ankam. In seinem Hauptberuf als Anwalt blieb ihm nur wenig Zeit, sich um den alltäglichen Kram seines Restaurants zu kümmern – aber er hatte ja seinen Koch Frank H., der als sein Geschäftsführer sein volles Vertrauen hatte.

Beim monatlichen Geldzählen stellte Dr. K. irgendwann fest, dass die üblichen Einnahmen aus dem Restaurant weniger wurden. Anfangs dachte er an Schwankungen, die immer mal vorkommen, und als er das nächst Mal in sein Lokal kam, fragte er seinen Koch Frank H., eher beiläufig, ob der Besuch weniger geworden sei. Frank verstand nicht sofort, was sein Chef meinte – ach so, die Gäste? Nein, die seien immer noch so, wie immer, im Gegenteil, die Wartlisten seien immer noch lang, zumal dann, wenn in Frankfurt eine der zahlreichen Messen stattfand.  Ja, aber warum denn die Einnahmen so stark nachgelassen hätten… - nun, sagte Frank H., das erstaune ihn allerdings auch – er werde mal besonders darauf achten.

Aber- es änderte sich nichts zum Besseren, im Gegenteil – die Netto-Überschüsse wurden immer geringer. Dr. K. liess sich die Kassenbelege schicken, die Einkaufslisten, Rechnungen, Zahlungsbelege – aber er hatte doch nie die Zeit, sich wirklich darum zu kümmern. Inzwischen machte ihm sein schönes Restaurant schon fast keinen Spass mehr, so dürftig floss das Geld aus dem Restaurant. Aus einem früheren aktuellen Fall kannte er uns, die A&B Detektive, und er wusste, dass wir was von Wirtschaftsfragen verstanden.

Um uns das Ganze schmackhaft zu machen, lud er uns eines Abends in sein Restaurant ein – und er bewirtete uns fürstlich – Frank H. war wirklich ein Spitzenkoch! Die Preise allerdings waren „gesalzen“ oder „gepfeffert“ – hätte man uns die Speisen derart gewürzt vorgesetzt – wir hätten reklamiert! Dr. K. fragte uns gerade heraus, ob wir uns mal in diese Angelegenheit einschalten könnten – wir sollten irgendwie herauskriegen, was los war in seinem Restaurant. Aber, wir sollten höchst vorsichtig mit Frank H. umgehen und ihn nicht sauer fahren – der Chefkoch war empfindlich wie eine Diva!  

Was tun? Wir konnten ja nicht gut bei ihm in der Küche als Aushilfe anfangen – dabei hätten wir keinen Einblick bekommen in eventuelle Unregelmäßigkeiten. Bei einer Einsatzbesprechung in unserem Büro hatte Silvia P., eine unserer jungen Ermittlerinnen, eine gute Idee – sie schlug vor, dass sie sich als Studentin ausgeben wollte und sich bei einem der Zulieferer als Büropraktikantin während er anstehenden Semesterferien einen Ferienjob im Büro besorgen könne. Und – es klappte – sie konnte tatsächlich für einige  Wochen dort arbeiten!

Und so bekam Silvia in den folgenden Tagen und Wochen Einblick in die Bestellungen, die Frank H. dort platzierte. Sie sammelte heimlich Kopien der Aufträge, der Lieferscheine und der Rechnungen – und als sie nach sechs Wochen ihren Ferienjob beendete, hatte sie ein gutes Päckchen Papiere zusammen, die nun mit den Rechnungen, die Frank H. seinem Chef übermittelte, verglichen werden konnten.  

Und wir trauten unseren Augen nicht- denn die Rechnungen, die Frank H. ablieferte, hatten nichts mit den Kopien der von Silvia besorgten Original-Dokumente zu tun, die uns vorlagen: Frank H.  hatte offenbar die Rechnungen „frisiert“ – entweder – er hatte die Preise verändert, oder die Mengenangaben stimmten nicht überein – jedenfalls: nach den Papieren, die er an Dr. K. weitergab, hatte er fast doppelt so hohe Kosten als in Wirklichkeit. Was hatte er mit dem Geld gemacht? Er hatte auch Kopien der Banküberweisungen beigefügt,  und die stimmten genau mit den fingierten Beträgen aus den Rechnungen überein. Aber wieso hatte Silvia keinen Einblick in die viel zu hohen Überweisungen bekommen? Nun, es stimmte, dass die Buchführung und der Zahlungsverkehr wiederum von anderen Leuten in der Firma gemacht wurden, und sie hatte darüber keine näheren Kenntnisse bekommen. Schade.

Dr. K. glaubte aber, das wir nun genug Dokumente in der Hand hätten, und er gab uns den Auftrag, seinen Chefkoch Frank H. mit den Widersprüchen zu konfrontieren – er wollte sich zunächst da heraushalten. So kam es, dass wir einen unangemeldeten Besuch in dem schönen Restaurant machten, ohne aber zum Essen zu erscheinen. Wir holten Frank H. in seiner Mittagspause aus seiner Wohnung, die er im gleichen Hause hatte – und wir konfrontierten ihn mit den Zahlen. Er wurde richtig blass – denn das hatte er nicht erwartet!

Er stotterte, verhaspelte sich, wollte uns erklären, dass da Zahlendreher bei den Überweisungen vorgekommen seinen, und dass die Rechnungen falsch sein müssten – aber wir liessen uns nicht abschütteln und blieben hartnäckig: was ist mit dem zu viel gezahlten Geld passiert?  

Nun, nach einigen Stunden „Verhör“ und Befragung kam er mit der Wahrheit heraus: er hatte mit dem Leiter der Buchhaltung bei dem Lieferanten eine „Zehn-Prozent-Abmachung“: dieser Mann überwies ihm den zu viel bezahlten Betrag auf sein Privatkonto, hielt sich aber davon als seinen eigenen Beitrag einen Anteil von 10 % ein. So waren beide im gleichen Boot, und jeder hielt aus guten Gründen den Mund über diesen Betrug.  Wir fertigten noch am gleichen Tag ein Protokoll der Aussage von Frank H. an, und riefen Dr. K., den Anwalt und Besitzer des Restaurants, an.  

Dr. K. kam sofort aus Frankfurt angefahren, er war genau so erschüttert wie auch wir es waren – und seine Unterhaltung mit Frank H. war kurz und unfreundlich – ihm wurde sofort fristlos gekündigt, und das Restaurant ging „aus besonderen Gründen“ für zwei Wochen in Betriebsurlaub.

Dr. K. wusste noch nicht genau, ob er Frank H. anzeigen würde – oder ob er sich mit der Rückzahlung der erschwindelten Beträge zufrieden geben wollte. Das sollte uns dann auch gleichgültig sein – wir hatten jedenfalls den uns erteilten Auftrag klar und sauber ausgeführt.


 

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