Detektei Bad SalzuflenDie A&B Detektive mit der Detektei für Bad SalzuflenWillkommen bei der Detektei A & B
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Die Detektivgeschichte aus der Detektei Bad Salzuflen Stadtmauerverlauf
| Rathaus (aus 1545) | Katzenturm | |  | |
© GNU Free Document. License & Public Domain Die Varus - Schlacht bei Kalkriese
Norbert S. auf Abwegen Es ist inzwischen üblich, vom “armen Mittelalter” zu sprechen – mit Recht. Die Siedlungen und Städte des Mittelalters waren oft geplagt durch Seuchen, Krankheiten, Hungersnöte, kriegerische Auseinandersetzungen – und den notorischen Mangel an Wohlstand – weil die Menschen das wenige, das sie erwirtschaften konnten, zumeist abliefern mussten, an die „Herrschaft“, an die Besitzer, auch die Kirche hielt gern die Hand auf – nur: in Bad Salzuflen war das anders. Wegen der Salzproduktion, wegen der geografischen Lage und wegen der hieraus erwachsenden erfolgreichen Handelsbeziehungen war Salzuflen im Mittelalter eine der wenigen Städte, die genügend Geld besassen – ein beneidenswerter Zustand. Salz war ja beileibe nicht als Würzmittel so wertvoll geworden, nein, Salz war damals der einzige Stoff, mit dessen Hilfe Fleisch und Wurst haltbar gemacht werden konnten. Zwar waren bald die auch negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit bekannt, doch der Wert, auf langen Seefahrten zum Beispiel auch Fleisch verzehren zu können, wurde sehr viel höher geschätzt. Wer also Salz hatte, war reich – das galt auch für die Salzstädte in den Alpen („Salzkammergut“) in besonderer Weise. Sodann war bald die hohe Heilkraft des teilweise warmen Wassers bekannt, das in Salzuflen aus mehreren Quellen scheinbar unversiegbar strömte, hieraus also wuchs eine Behandlungsmethode mit Badehäusern und Beherbergungsbetrieben – das lockte die reichen Kranken an, die wiederum für ihre Gesundheit gern zahlten – und damit schließt sich der Kreis. Zwar bekam die Stadt Salzuflen erst im Jahre 1914 den Zusatz „Bad“ verliehen, aber die Aktivität als Kurbad bestand zu dieser Zeit schon seit mehr als 100 Jahren.
Die beeindruckenden grossen Häuser in Bad Salzuflen, dabei insbesondere das mehrstöckige Rathaus aus dem Jahre 1545, zeigen etwas vom Reichtum und vom Bürgersinn des Ortes. Das Glück war der Stadt treu, als die Schäden während der Kriegshandlungen im 2. Weltkrieg gering waren und deshalb zahlreiche ausländische Militärmissionen dort Quartier aufschlugen.
Wie kamen wir, die A&B Detektive, in diese gepflegte Bäderstadt? Nun, weil wir gerufen wurden, ganz klar.
Ein Unternehmen mit relativ wenig beschäftigtem Aussendienst, der überdies in bequemen und geleasten Fahrzeugen unterwegs war, hatte massiven Auftragseingang zu beklagen. Die Parole, an die Aussendienstmitarbeiter ausgegeben, lautete: „Aufträge reinholen, so viele wie möglich und so schnell wie möglich.“ Andernfalls würde Kurzarbeit drohen, und in düsteren Zeiten ist der Vertriebs-Aussendienst eine wirklich wichtige Abteilung.
Alle waren sich der Schwere der Verantwortung bewusst, und die Leute wurden unglaublich aktiv – wie unter solchen Umständen auch notwendig. Es war zwar nicht überwältigend, was an zusätzlichen Aufträgen dabei herauskam, aber immerhin. Nur, wer überhaupt keine zusätzlichen Aufträge hereinholte, war einer der „Stars“, Norbert S. Die Vertriebsleitung betrachtete die Ergebnisse, wertete alles geflissentlich und sorgfältig aus - auf diese Weise bekam man ja auch einen Leistungsquerschnitt der Mitarbeiter. In guten Zeiten Aufträge hereinholen – nun, das ist schon fast keine Kunst, aber wer in schwerer Zeit Aufträge holt, der muss schon tüchtig sein – denn das hat mit Glück allein nichts mehr zu tun.
Norbert S. brachte kein Plus. Sein Chef rief ihn zu sich und „redete ihm ins Gewissen“ – und Norbert S. war völlig einverstanden mit allen Argumenten – aber seine Erwiderungen waren immer wieder die gleichen: ich tu, was ich kann!
Das aber glaubte ihm sein Chef nicht, und er rief uns zur Hilfe. Wir sollten ihn bei seinen nächsten Dienstfahrten begleiten, unauffällig, am besten mit GPS-Anbindung, damit wir ihn keinesfalls verlieren würden. Denn – nur GPS zu verwenden, sagt ja nichts darüber aus, was der Beobachtete aktuell tat – das mussten schon unmittelbare Verfolger beobachten und belegen. Wir bekamen das Auto von Norbert S. am Abend auf dem Firmenhof zur Verfügung gestellt, mit dem Zweitschlüssel kamen wir hinein, das GPS-Gerät wurde so am Auto angebracht, dass es nur sehr schwer selbst von pfiffigen Kfz-Elektronikern gefunden werden könnte. Am nächsten Morgen standen wir in achtungsvoller Entfernung in Sichtweite zur Ausfahrt vom Firmenparkplatz – und dann erschien auch Norbert S. Er hatte als Zielgegend angegeben, dass er nach Bremen fahren wolle, also machten wir uns erst mal nichts draus, gemütlich hinter ihm her zu zockeln, wir bogen auf die Autobahn in Richtung Norden nach Bremen ab, immer in gehörigem Sicherheitsabstand hinter Norbert S. her – aber Norbert S. war plötzlich verschwunden. Offenbar war er an einem Autobahndreieck abgebogen, was wir aber nicht mitgekriegt hatten, weil uns bei einem „Elefantenrennen“, das sich über mehrere Kilometer hinzog, die Sicht versperrt worden war. Nun, wir schauten nach dem GPS-Signal – und siehe da: er war tatsächlich in eine ganz andere Richtung unterwegs – inzwischen nach Süden! Heissa, da mussten wir aber ganz flott reagieren, runter von der Autobahn, in der Gegenrichtung wieder auffahren, und mit viel Stoff und an der Grenze der erlaubten Höchstgeschwindigkeit hinter ihm her! Nun, dank GPS hatten wir ihn bald wieder, er fuhr zügig auf der Landstrasse und dachte offenbar nicht im Entferntesten daran, sich in Richtung Bremen zu bewegen. Wir wurden immer neugieriger – und wir folgten ihm weiterhin in gutem Sicherheitsabstand, er schien keine Ahnung zu haben, dass ihm jemand folgen könnte. Und dann ahnten wir, was ihn anzog – wir waren knapp 100 Kilometer gefahren –ohne den Umweg – und es erschienen Hinweisschilder, die auf das Dorf Kalkriese hinwiesen. Kalkriese? Kalkriese – was war da noch passiert? Und dann stand ein Schild an der Strasse, wir sahen, lasen und wir wussten Bescheid: die Varus-Schlacht vor 2.000 Jahren, die Historiker in Kalkriese angesiedelt hatten – anhand der vielen eindeutigen Funde aus römischer Zeit, die man dort gefunden hatte. Ja, Norbert, S. bog mit ziemlich flottem Tempo in Richtung Ausgrabungsstelle ab, und er kannte sich offenbar gut aus! Er parkte sein Auto, stieg aus und lief zu Fuss weiter, zielstrebig und energisch – aber er hatte keine Utensilien bei sich, die Rückschlüsse darauf zuliessen, dass er einen Kunden treffen würde…. Wir fotografierten fleissig, sahen zu, dass er uns nicht bemerkte, und dann warteten wir – bis er vielleicht mal wieder herauskam.
Unsere Geduld wurde auf eine lange Probe gestellt. Es dauerte bis ungefähr drei Uhr nachmittags, als er mit einigermassen verschmierten Schuhen aus dem Ausgrabungsbereich wieder herauskam und zu seinem Auto ging.
Nun, wir hatten genug gesehen und dokumentiert – wir folgten ihm zwar in sicherem Abstand, aber wir nahmen an, dass er nun wieder nach Hause, nach Bad Salzuflen fuhr – ja, das tat er. Er fuhr geradeaus nach Hause, stieg aus, und ging in sein Haus.
Wir machten am gleichen Abend noch unseren Bericht fertig und sassen am nächsten Morgen pünktlich um acht Uhr bei unserem Auftraggeber.
Er nahm den Bericht mit befriedigtem Nicken entgegen, und er sagte nur: „Das hätte ich mir denken können!“ „Wie bitte?“ fragten wir zurück.
Dann kam er mit dem Grund für seine Vermutung heraus: Norbert S. war Hobbyarchäologe, und immer wieder hatte er von den tollen Funden berichtet und geschwärmt, die man dort an der Grabungsstätte gefunden hatte.
Die Versuchung, sich mehr um Kalkriese als um seine Kunden in Bremen und anderswo zu kümmern, war zu gross für Norbert S. geworden.
Mit unserem Bericht wurde Norbert S. von seinem Chef konfrontiert, er wurde konkret befragt, wie oft er seiner Hobby-Archäologie nachgegangen war, anstatt seine Kunden zu besuchen und über solche Tage gefälschte Reiseberichte abgeliefert zu haben. Er leugnete nicht lange, sondern gab zu, an mindestens zehn Tagen innerhalb des letzten Monats in Kalkriese gewesen zu sein – das war fast ein halber Monat Arbeitszeit.
Norbert S. war ein netter Junge – und es war eigentlich sehr schade, dass er nicht nur seinen Job verlor, sondern zu allem Überfluss noch die Kosten für unseren Detektiv-Einsatz zahlen musste. Aber – seinen Vorgesetzten bleib keine andere Wahl.
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