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©free documentation license Schnee im November
Sommerreifen im Herbst
Der untreue LKW-Fahrer
Es war nicht völlig ungewöhnlich, aber trotzdem selten: Schnee im November in Dorsten. Alle zehn Jahre etwa kommt es vor. Aber regelmäßig erwischt es an einem solchen Tag zwischen 10 und 15 Autofahrer, die sich auf diese Witterung nicht so schnell einstellen können. Die Autowerkstätten und oft genug auch die Abschleppdienste freuen sich dann – es ist ein unerwarteter Umsatzsprung. Der Abschleppunternehmer Fritz P. hatte nicht damit gerechnet, dass seine beiden Abschleppwagen so gut ausgelastet wären an diesem Tag – und sein Pech war: der zweite Fahrer war krank, hatte sich ein Bein gebrochen und konnte unter gar keinen Umständen einspringen!
Und da kam das Glück ihm zur Hilfe: ein schlanker, in saubere Arbeitskleidung gekleideter Mann kam auf seinen Autohof, stellte sich vor – Fritz P. hatte allerdings den Namen nicht genau verstanden - und fragte, ob er aushilfsweise einen LKW-Fahrer gebrauchen könnte. Fritz P. jubilierte – denn gerade hatte er einen Anruf bekommen: er sollte einen grossen Mercedes-SUV, der auf dem unerwarteten Schnee und der dadurch entstandenen Glätte einen Unfall gehabt hatte, zur Werkstatt abschleppen. Wenn der unerwartete Fahrer nicht zufällig gekommen wäre, hätte er diesen Auftrag einem Wettbewerber überlassen müssen. Aber so…? Glück gehabt!
Er liess sich den Führerschein zeigen, und da der Fahrer keine weiteren Papiere bei sich hatte – das sollte alles am nächsten Tag besprochen werden – machte er sich eine Fotokopie von dem Führerschein. Der Name war wirklich unaussprechlich – viele s, z und c im Namen - offenbar war der Name slawischen Ursprungs. Aber das gibt es ja!
Der Fahrer hiess mit Vornamen Wladimir, und das liess sich ja noch aussprechen – also schickte Fritz P den neuen Mitarbeiter Wladimir los, den Daimler-SUV zur Vertragswerkstatt zu bringen, und dann zurück zu kommen – er hatte noch ein paar andere Aufträge, die Wladimir erledigen konnte.
Wladimir schwang sich ins Führerhaus des neuwertigen Abschleppwagens, und mit Schwung verliess er den Autohof des Abschleppunternehmers Fritz P.
Fritz P. erwartete den neuen Mitarbeiter innerhalb von zwei Stunden zurück, und als nach drei Stunden immer noch kein Wladimir aufgetaucht war, begann Fritz P., sich Sorgen zu machen. Nach vier Stunden schliesslich fuhr Fritz P. zu der Unfallstelle, um nachzuschauen. Ja, die Anwohner an der Unfallstelle bestätigten, dass es den Unfall tatsächlich gegeben hatte – und auch, dass der Abschleppwagen den gehörig verbeulten SUV aufgeladen hatte – und ziemlich bald danach damit davongefahren war.
Nun, Fritz P. dämmerte es allmählich, dass er wohl einem Betrüger aufgesessen war – der hatte nämlich den SUV auch nicht in der Vertragswerkstatt abgeliefert. Also: Unfallwagen und sein eigener Abschleppwagen – beides weg! Der Schaden war beträchtlich! Der übliche Ärger mit Polizei und Versicherung – Fritz P. hatte eine wirklich harte Zeit! Und der Eigentümer des teuren SUV – der machte ihm natürlich auch noch Stress!
Fritz P. kam zu uns, den A&B Detektiven. Wir hatten für solche Fälle einen Krisenplan – und der begann damit, uns den Führerschein von Wladimir – oder besser gesagt, die Fotokopie davon – anzusehen.
Die Rücksprache mit der ausstellenden Behörde ergab, dass auf den ersten Blick alles seine Ordnung hatte – Wladimir hatte seinen Führerschein ordnungsgemäß erworben. Was aber erst bei weiteren Nachforschungen herauskam, war: inzwischen hatte Wladimir geheiratet, und weil seiner Frau der komplizierte Familienname nicht gefiel, hatte er den Familiennamen seiner Frau angenommen.
Da alles gut und säuberlich registriert war, fanden wir auch diese Dame – nur – die beiden waren nach wenigen Ehejahren wieder geschieden worden – und Wladimir war seitdem spurlos verschwunden. Seine Ex-Frau hätte gern gewusst, wo er sich aufhielt, weil er nämlich keine Unterhaltszahlungen leistete, aber auf die Idee war sie nicht gekommen, uns, eine Detektei, damit zu beauftragen, ihren Ex-Mann, der ihren Namen wieder abgelegt hatte, zu finden.
Jetzt, wo wir aus anderen Gründen an Wladimir und seinem Aufenthaltsort interessiert waren, jetzt gab es natürlich auch für sie eine Chance, ihn zu erwischen.
Sie gab uns alle Informationen, die sie hatte – und damit und mit unseren eigenen Methoden war es eine Sache von nur kurzer Zeit – und wir hatten ihn!
Die Vernehmung bei der Polizei ergab: es war eine schlimme Sache – die beiden Autos waren noch am gleichen Tag, als der Unfall passiert war, gen Osten gefahren worden, wurden dort irgendwo über die Grenze geschafft – wer weiss, wie er das geschafft hatte – und dort verloren sich die Spuren der teuren Wagen.
Wladimir marschierte für einige Zeit in den Knast – er hatte noch einige andere „offene Fälle“, die Versicherungen kamen für den Schaden des Unfallfahrers und von Fritz P. auf – und wie es mit den Unterhaltszahlungen an seine Ex-Frau gelaufen ist – das wissen wir nicht – das Urteil, welches wir erwirkt hatten, bezog sich auf die Angelegenheit mit den beiden Autos.
Später hörten wir: seine Ex-Frau aber hat ihn ebenfalls verklagt. Nun, jetzt war sie ja informiert, wo er war! Nehmen Sie auch gern persönlich mit uns Kontakt auf. Wählen Sie hierfür die kostenlose Rufnummer 0800 - 25 74 200 oder füllen Sie unser Kontaktformular aus. |