Detektei ErftstadtUnsere Detektei Erftstadt für Sie im EinsatzNehmen Sie auch gern persönlich mit uns Kontakt auf. Wählen Sie hierfür die kostenlose Rufnummer0800 - 25 74 200oder füllen Sie unser Kontaktformular aus.
Lechenich Landesburg von 1306 | Herriger Tor | Bonner Tor | Rathaus | | | | |
Die Geschichte der Detektei Erftstadt
Katharine Henot, die vornehme Kölnerin, wird als Hexe getötet Unaufgeklärte Hintergründe bei einem JustizmordEs roch streng über der Stadt, und die qualmenden Schlote zeigten, dass gehörig geheizt wurde in Lechenich. Es war bitterkalt, ungewöhnlich so kurz nach Weihnachten. Es war Anfang Januar 1627. Das Wasser im Stadtgraben war gefroren, es war also nicht möglich, das nötige Trinkwasser aus dem Wassergraben zu schöpfen. Wenn es wenigstens schneien würde! Die Menschen litten Not – die Ernte des letzten Jahres war sehr schlecht gewesen, man verarbeitete inzwischen sogar schon das Saatgut zu Brot. Wenn das aufgegessen war - was dann? Dann drohte wieder eine Hungersnot, wie schon damals, es mag wohl dreissig Jahre her sein. Baruch, der jüdische Viehhändler, nahm keine Tiere mehr an, wusste er doch nicht, wohin mit den vielen elend abgemagerten Kühen, Ziegen und Schafen – er hatte auch kein Wasser und Futter mehr für die Tiere. Klaas, der nach der Ordnung in Lechenich schaute, seufzte. Die schon von den Römern besiedelte Gegend war von den Kölner Erzbischöfen zur Festung gegen die Grafen von Jülich ausgebaut worden, hatte 1279 sogar Stadtrechte verliehen bekommen – aber was nützte das alles, wenn die so wunderbar befestigte, reiche Stadt die kriegerischen und gewalttätigen Auseinandersetzungen wie das Licht die Motten anzog?
In dieser Zeit ging es wieder unglaublich hektisch zu in der Stadt. Für heute war eine neue Gruppe von Rechtsgelehrten und Priestern aus Köln angekündigt, die angeblich alle zu der im Bonner Tor einsitzenden Klarissen-Nonne Sophia von Langenberg wollten. Sophia war als Hexe beschuldigt und sodann auch in Köln verhaftet worden. Klaas seufzte noch einmal: wenn die Kölner Hexen in der Stadt haben, warum müssen sie uns die den immer nach Lechenich bringen? Die Kölner haben größere Gefängnisse als wir hier! Und überhaupt - was wollen die hier von der verrückten Nonne? Es war ja nicht zu leugnen, dass die Sophia krank war – allein der irre Blick, mit dem sie ihn immer ansah, wenn er ihr den Haferschleim und das Wasser in ihre eiskalte Zelle brachte. Er machte dann immer, dass er so schnell wie möglich wieder heraus kam – so unheimlich war es ihm immer, wenn er zu ihr musste. Und wenn sie dann aus ihrem Halbschlaf aufwachte und mit ihm zu sprechen versuchte! Er wusste nicht so ganz genau, was sie sagte, er glaubte aber, dass sie Lateinisch mit ihm sprach – oder war es Spanisch? Er müßte mal einen der Priester fragen, die ja nachher ankommen würden. Und dann die unglaubliche Geschichte, die man sich hinter vorgehaltener Hand erzählte – Klass hätte diese Geschichte nie erfahren, wenn der Pfaffe aus Köln gewusst hätte, dass er in dem dunklen Raum in einer Ecke stand, als er das seinem Mönchsbruder beinahe flüsternd erzählte: die Sophia von Langenberg soll in ihrem kranken Kopf dafür gesorgt haben, dass die vornehme und reiche Witwe Katharina Henot in Köln auch als Hexe festgenommen wurde. Na, wunderbar, dachte Klaas bitter – die eine bringt die andere auf den Scheiterhaufen – es ist nicht schade drum, Nonnen gibt es mehr als man gebrauchen kann! Wenn sie wenigstens die Kranken pflegen würden – aber nein, sie singen und beten und erzählen einem meistens irgendwelches dummes Zeug, wenn man das Pech hat, ihnen ausgeliefert zu sein. Aber, wenn das stimmte, was er da gehört hatte – das wäre ja mal wieder typisch! Nun, dazu musste er mehr in Erfahrung bringen. Also: die Witwe Henot soll ebenfalls eine Hexe sei, und obwohl einer ihrer Brüder ein wichtiger Pfaffe im Hohen Dom zu Köln ist, konnte sogar der nichts dagegen tun, dass der Erzbischof, sein Chef, die Schwester einkassierte und ins Gefängnis brachte.
Der Erzbischof, Ferdinand von Wittelsbach, war seit 1626 Erzbischof in Köln, und es ging ein Gerücht, dass er bei der Familie Henot riesige Schulden habe... Aber eine andere Sache ging ebenfalls als Gerücht um: die Henot war bekanntlich die Postmeisterin in Köln, und ihr Geschäft ging ausgezeichnet – nur: der Fürst von Taxis wollte sich sein lukratives Postmeistermonopol, das er vom Kaiser hatte, nicht von einer Frau aus Köln wegnehmen lassen… - und dass der Fürst von Taxis hinter der Festnahme und der Anklage als Hexe steckte – auch das wurde erzählt.
Die Wache am Bonner Tor schlug Alarm: die Delegation aus Köln kam angeritten. Was aber war das? Ein offener Karren, von einem mageren Ochsen gezogen, fuhr im Tross mit, und auf dem sass gefesselt eine Frau, so um die 50 Jahre alt, aber sie sah trotz ihres hohen Alters immer noch gut aus. Allerdings war die rechte Hand blutverschmiert, entzündet und stark angeschwollen – was war denn da passiert? Wahrscheinlich war sie schon gefoltert worden – „peinlich“ nennen die Juristen und die Priester das – oh ja, und es ist wirklich eine Pein, wenn man so gefoltert wird!
 Das musste die Henot sein, Katharina heisst sie wohl, so dachte Klaas. Was soll die denn hier? Laute Kommandorufe schallten durch die enge Gasse am Bonner Tor – „absteigen!“ – gemeint war die Frau. Sie wurde grob vom Wagen gestossen und in das Gefängnis im Bonner Tor hineingetrieben – ach du lieber Gott, dachte Klaas, jetzt muss ich die auch noch versorgen – als ob die andere Gefangene, die Nonne, nicht schon genug wäre! Es ging Klaas durch den Kopf, dass ihm sein Grossvater erzählt hatte, dass dessen Grossvater von einem Bischof in Jena im Jahre 1548, also vor knapp 80 Jahren, zum allerersten „Detectivus“ ernannt worden war – und ein gewisses Talent zum Herumschnüffeln in Geheimnissen, zum Aufklären von unbekannten Hintergründen, das war auch ihm anzumerken. Als er dann am Abend auch der neuen Gefangenen ihren Trog mit dem Haferschleim brachte, sprach sie ihn sogleich an und erkundigte sich ganz unbefangen danach, ob die Klarissennonne Sophia von Langenberg auch hier in Lechenich einsitzen würde. Er bestätigte ihre Annahme, und sie sagte ihm, dass sie die Henot sei – aha, also hatte er richtig geraten. Und sie sagte ihm, dass er der Langenberg Mitteilung machen solle, dass auch sie inzwischen hier einsitze. Klaas wusste nicht, ob das eine Drohung war - allerdings klang es ganz danach... In der Nacht schneite es endlich ein wenig, daraus konnte man wenigstens frisches Wasser gewinnen. Als er der Nonne am anderen Tag ihr Frühstück brachte, erzählte er ihr von der neuen Gefangenen, und er sah der Frau an, dass sie einen Riesenschrecken bekam. „Klaas“, sagte sie, und sie konnte sehr wohl deutsch, „Klaas, sage bitte der Henot, dass ich vom Generalvikar Gelenius gezwungen wurde, sie als Hexe und Zauberin anzuschwärzen! Ich kann nichts dafür, und es tut mir leid!“ Der Kölner Generalvikar Gelenius führte alle Hexenprozesse im Auftrag des Erzbischofs von Köln, der sich die Hexenjagd zum Ziel gesetzt hatte. Aha, so also war das gewesen – vermutet hatten die Leute das ja auch. Als er der Henot diese Botschaft überbrachte, da merkte er an deren bitteren Lachen, dass sie mit dieser Nachricht nicht viel anfangen konnte… - offenbar war es für jede Rettung zu spät. Aber wenigstens diese Tatsachen lagen jetzt – bezeugt - auf dem Tisch. Die Gruppe, die Katharina Henot gebracht hatte, kam aber mit noch einer anderen Botschaft nach Lechenich: das Urteil gegen die Nonne Sophia von Langenberg sollte an diesem Tag vollstreckt werden – als Nonne stand ihr das Privileg zu, dass der Henker sie zuerst erwürgen dürfe, bevor sie als Hexe verbrannt wurde. Am 26. Januar 1627 wurde sie in Heddinghoven, einem Weiler in der Nähe von Lechenich, umgebracht, verbrannt und ihre Asche dort beerdigt. Klaas, dem die Zusammenhänge allmählich klar zu werden begannen, versuchte, sich als Vermittler und Aufklärer zu betätigen – aber, egal, welchem der aus Köln angereisten Geistlichen und Juristen er seine Informationen, die er von der Nonne hatte, vortrug – immer wurde er abgewiesen – niemand wollte die Wahrheit wissen. Das also war die fromme Kirche, die immer die Wahrheit und die Liebe und die Gerechtigkeit predigte – Klaas hätte laut schreien können. Katharina Henot sass noch einige Monate im Gefängnis Bonner Tor in Lechenich. Dann wurde sie wieder nach Köln gebracht und am 16.5.1627 ausserhalb der Kölner Stadtmauern, in Melaten, als Hexe und Zauberin erdrosselt und dann verbrannt. Nehmen Sie auch gern persönlich mit uns Kontakt auf. Wählen Sie hierfür die kostenlose Rufnummer0800 - 25 74 200oder füllen Sie unser Kontaktformular aus. |