Detektei Greifswald

Die A&B Detektive mit der Detektei für Greifswald

Willkommen bei der Detektei A & B

Hier sind Sie genau richtig. Unsere Teams ermitteln in sämtlichen geschäftlichen und privaten Fällen.
Die Detektive unserer Teams bestehen aus erfahrenen Ermittlern, denn "Erfahrung schafft sichere Ergebnisse". Jeder einzelne Auftrag wird ermittlungstechnisch mit den jeweils aktuellem strategisch- und technischem Ermittlungs-Know-How durchgeführt.


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Die Detektivgeschichte aus der Detektei Greifswald

 

 Caspar David Friedrich:

Schiffe im Hafen
Gartenlaube in GreifswaldNeubrandenburg
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© Public Domain

 

Das aufgetauchte echte Kunstwerk aus der Scheune

Es ist noch einmal gut gegangen...


Caspar David Friedrich, (*1774 in Greifswald, + 1840 in Dresden), Maler und Zeichner der Frühromantik in Deutschland, lebte in einer aufregenden Zeit – er war Zeitzeuge der französischen Revolution, der häufigen Märsche Napoleons und seiner Truppen durch Deutschland und der französischen Besatzung. Und er hatte die Gabe, das besondere Licht der Ostsee zu sehen - und zu malen.
Greifswald ist zu Recht stolz auf diesen Künstler. Seine Bilder sind in der ganzen Welt ausgestellt, und glücklicherweise gibt es auch in Greifswald ein paar davon. 

Wer sich dem Eindruck dieser Bilder entziehen kann, der ist deswegen allein kein schlechter Kerl, und ein guter Ermittler kann in Greifswald eine Menge über echte und unechte Kunstwerke lernen.

Kunstinteressiertes Publikum gibt es zu Hauf in deutschen Städten, ganz besonders aber in solchen Städten, in denen Universitäten angesiedelt sind. Das hatten sich auch die internationalen Kunstfälscher gedacht, nur hatten sie nicht beachtet, dass es nicht allein auf das Interesse an der Kunst ankommt, sondern dass auch der Sachverstand dazu gehört.

In Osteuropa gab es begabte Zeichner und an Kunst interessierte Studenten, die erstaunliche Leistungen beim Kopieren von Kunstwerken brachten. Und je grösser die Entfernung von den ursprünglichen Lebensräumen der Maler ist, desto weniger kritisch ist man, wen man ein solches „Original“ als „Schnäppchen“ angeboten bekommt. Deshalb läuft der Absatz dieser „Kunstwerke“ in Asien und den USA ganz ordentlich, und fast niemand der dortigen Käufer fragt genau nach, wieso ein solches Bild denn eigentlich auf dem freien Markt verkauft wird… Nun, das sind andere Kulturräume, und da sieht man das eben etwas anders.

Nun hatte die in Fernost ansässige Verkaufsorganisation für „Replikas“ – das ist der moderne Ausdruck für Fälschungen -  einen Plan gemacht, seine Produkte mit mehr Marktmacht zu fördern – was ganz einfach heisst: man schickte neue und grössere Verkäufergruppen übers Land. Die Leute klapperten natürlich nicht die Städte im Stile der alten Hausierer ab, nein, man lud in gute Hotels ein und veranstaltete geschickt aufgezogene Verkaufsveranstaltungen. Da gab es Häppchen, ein paar kostenlose Getränke, und wer Interesse zeigte, etwas zu erwerben, der bekam den geballten Charme der durchaus freundlichen Verkäufer zu spüren. Es gab ein paar preiswerte Uhren – und immer wieder wurde darauf  hingewiesen, dass es sich um Replikas handelte. Alles andere wäre auch ein massiver Verstoss gegen Urheberrechte und viele andere Schutzrechte gewesen. Sodann wurden auch hübsche Bilder ausgestellt, der rundliche Mönch mit dem Weinfass war dabei, der „röhrende Hirsch“ – den aber niemand wirklich gut fand, und die typische rot berockte Flamenco-Tänzerin aus Spanien. Wenn aber jemand die Verkäufer auf Bilder ansprach, so wurde auch bald erwähnt, dass man auch andere höherwertige Schätze habe, die man aber, weil sie so kostbar seien, nicht so öffentlich zeigen könne. Auf die Frage, woher diese Bilder denn stammten, wurde nur bedeutungsvoll geschwiegen – man könne bei Interesse durch eine Expertise die Echtheit bestätigen. Allerdings, ein Spezialist sei stets bereit, den Kunden zu Hause zu besuchen und ihm ein solches Werk genauer zu erklären und gegebenenfalls zu zeigen.

Einer der Besucher hatte sich als Interessent „geoutet“. Das Problem war nur, dass er auf der praktischen Vorführung des Kunstwerkes bestand, von den ihm der smarte Verkäufer voller Begeisterung erzählt hatte – es handele sich um einen „echten“ Caspar David Friedrich, also ein Bild das berühmten deutschen Romantikers, das in einer Scheune in Osteuropa aufgetaucht sei – möglicherweise sei das Gemälde im Rahmen der Nachkriegswirren irgendwo und irgendwie abhanden gekommen, irgendwer habe es vielleicht mitgenommen, das lasse sich aber nicht mehr so genau nachvollziehen. Kurz: ein solches Kunstwerk sei natürlich nicht billig, aber es sei ein besonderes Angebot, das ein zweites Mal nicht auf dem Markt zu erwarten wäre. Und er habe ein Foto dabei – das könne er aber schon mal zeigen. 

Der Besucher vereinbarte einen Besuch des Verkäufers mit der ausdrücklichen Bitte, das Bild auf jeden Fall mitzubringen. Und dann rief er uns, die A&B Detektive, an und bat uns, dabei zu sein, wenn dieser Besuch erfolgen würde. Wir sollten uns als Ermittler mit dem Bilderverkäufer beschäftigen. Wenn es denn stimmen würde, dass es sich um einen echten „Friedrich“ handelt – dann wäre es unter allen Umständen sehr gefährlich, das Bild zu kaufen – allein die Vorstellung, es stamme aus einem Diebstahl, wäre für den Käufer sehr riskant. Wenn das Bild aber eine Fälschung wäre – nun, es wäre indiskutabel, so etwas überhaupt in Erwägung zu ziehen! Diese Klärung sollten wir also herbeiführen.

Wir fanden uns eine halbe Stunde vor dem vereinbarten Besuch bei dem Kunstsammler ein. Der Verkäufer kam, der Sammler stellte uns überhaupt nicht namentlich vor – wir waren einfach nur da, so, als ob wir zum Haus gehörten. Das Bild war in einem ordentlichen Schutzkarton eingepackt, und der Verkäufer zog es mit vorsichtigen Händen da heraus. Es war ein wirklich schönes Bild – und der Rahmen, das ganze Äussere – alles sah sehr „original“ aus. Gut, mehr als das Zeigen war nicht vereinbart. Der Sammler fragte nach dem Preis – dazu gab es keine Antwort, der Verkäufer wollte sich noch nicht festlegen.

Als der Besuch zu Ende war und der Verkäufer sich verabschiedet hatte,  bemerkte er allerdings nicht, dass wir ihm auf den Fersen folgten und unmittelbar hinter ihm herfuhren,  als er mit seinem relativ alten Auto abfuhr.  Wir wollten wissen, wohin er fuhr, und wir wollten so viele Details wie möglich herauskriegen.  Bemerkenswert war, dass der Wagen ein polnisches Nummernschild trug.

Aus Greifswald ging es direkt über Anklam nach Usedom und von dort aus weiter nach Swinoujscie, dem alten pommerschen Swinemünde, in Polen. Dort gaben wir auf – denn wir durften nicht in Polen ermitteln und wollten deshalb erst einmal mit unseren Partnern in Polen Kontakt aufnehmen. Die Autonummer des Bilderlieferanten hatten wir, eine Beschreibung des Autos auch, und wo der Wagen in Swinoujscie angehalten hatte und wo der Fahrer ausgestiegen war - das hatten wir uns natürlich gemerkt.

Unser Partner in Polen setzte sich sofort auf die Fährte – und er lud uns nach drei Tagen bereits ein, ihn in Polen zu besuchen – ja, wir dürften auch unseren Kunstsammler aus Greifswald mitbringen.

Nun, es war einfach eine Unverschämtheit – der Bilderverkäufer hatte uns nicht zu viel erzählt, als er was von einer Scheune gesagt hatte: unser polnischer Partner brachte uns zu einer Scheune am Stadtrand von Swinoujscie – und davor stand das von uns am Vortag beobachtete Auto. An der Scheune hing ein auf Deutsch und auf Polnisch bemaltes Schild mit der Aufschrift:
„An- und Verkauf von Antiquitäten aller Art“ – das stand ganz harmlos drauf.

Wir gingen ohne zu zögern in die Scheune hinein – und dort fanden wir den geheimnisvollen Bilderverkäufer von Greifswald. Als der uns kommen sah, versuchte er zwar noch, durch einen Seiteneingang zu verschwinden – aber unser polnischer Kollege hatte offenbar damit gerechnet -  und er hatte einen seiner Ermittler an dieser Tür postiert, der den Mann aufhielt.

Die Scheune war voll von „Replikas“, mehr oder weniger gut kopierten Bildern, Marken-Uhren, die offiziell fast eine Million Euros wert gewesen wären – und wie man erwarten konnte: alles war mehr oder weniger wertloser Tand.  Das vor einigen Tagen so geheimnisvoll angebotene Friedrich-Bild lehnte in der Ecke eines ebenfalls zum Verkauf angebotenen alten Sofas – und sah auf einmal überhaupt nicht mehr erstrebenswert aus.

Nun, das hatte sich der Betrüger nicht gedacht, dass wir ihn finden würden – und dass wir seinen Interessenten für das „echte“ Bild dabei hatten. Aber, er merkte – die Chance, eine Kopie als Original zu verkaufen – die Chance war vorbei.  

Unser Kunde, der Kunstsammler, war erleichtert, dass sich sein Einsatz auf diese relativ geringen Kosten begrenzen liess – und seine Vorsicht und unsere Ermittlungserfahrung  hatten ihn davor bewahrt, eine grenzenlose Dummheit zu begehen.


 

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