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Die Detektei A&B Detektive | Einsatzort Herford *

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Die Detektivgeschichte aus der Detektei Herford *

 

Johanniskirche
Remensnider-HausAsbeke-Kinzbachtal
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Die Alten und die tollen Leistungen

Wir beschatten einen Vielfahrer


In Herford gibt es ein Widukind – Denkmal, und der Sachsenführer Widukind, der grosse Gegenspieler des Frankenkaisers  Karls des Grossen, im 8. Jahrhundert, verdient das Denkmal – ungeachtet der zum Teil sehr oft „legendären“ Ereignisse um diese beiden bedeutenden Gestalten der europäischen Geschichte. Wenn man sich nur vor Augen führt, wie die Menschen zur Zeit Widukinds oder Karls des Grossen lebten und arbeiteten – wobei das „Kriegshandwerk“ durchaus Schwerstarbeit war…  Allein die Arbeit, von einem Ort zum anderen zu gelangen, dabei gewaltige Mengen an Kriegsmaterial und Verpflegung zu transportieren – es erforderte ungeahnte Leistungen. Den Menschen der damaligen Zeit wurden Anstrengungen abverlangt,  die für uns Heutige unvorstellbar sind. Unter diesem Aspekt sind die Leistungen der „Altvorderen“ schon bewundernswert, und wer sich darüber klar wird, wie bedauernswert die medizinische Versorgung damals war, der bekommt ein Gefühl dafür, dass wir uns manchmal – vergleichsweise – ohne Grund beklagen.
Wer also Erfolg haben will, muss beweglich sein – das galt bei den alten Griechen wie bei den Sachsen und Franken – und heute gilt es auf jeden Fall ebenso.
Fritz-Gustav P. war Vertriebsmitarbeiter in einer lokalen, erfolgreichen Maschinenfabrik. Da sein Vorname etwas ungewöhnlich war, er aber stets mit seinem Doppel-Vornamen angeredet werden wollte – er sagte immer: „So viel Zeit muss sein!“ - wurde vermutlich aus Zeitgründen ein „Frigu“ draus. Was nun schöner war – na, darüber kann man streiten.  „F.G.P.“ – so wollte er aber auch nicht genannt werden, also blieb es bei „Frigu“.  
Frigu hatte ein Vertriebsgebiet, das im Grossraum Hannover lag. Er hatte vor Jahren ein Haus gekauft, das genau auf halber Strecke lag, so war sein Weg zur Firma etwa genau so lang wie sein Weg zu den Kunden, und da er ohnehin mehr beim Kunden war als im Büro, so kam er regelmäßig Montags ins Büro, und die restlichen Wochentage war er dann „auf Tour“. Er, der sich gern als „was Besseres“ fühlte, nannte das manchmal etwas hochtrabend  „auf Tournee – aber das konnte man von seinen Auftritten wirklich nicht sagen – es war niemals hohe Kunst, sondern höchstens Schmierentheater, was er vor den Kunden meistens so ablieferte.

Seine Firma hatte ihm vor vielen Jahren, als es noch nicht so üblich war, dass Autos geleast wurden, erlaubt, seinen Privat-PKW zu benutzen, und für seine Dienstfahrten dann Kilometergeld abzurechnen. Er jammerte zwar oft darüber, dass angesichts der hohen Spritpreise das Kilometergeld überhaupt nicht mehr ausreiche,  aber wenn ihm seine Firma anbot, statt dessen doch einen geleasten Wagen zu nehmen, dann lehnte er das stets mit fadenscheinigen Argumenten ab.
Er kam auf eine Fahrleistung von knapp 80.000 km pro Jahr, die er abrechnete, und so ergab sich jeden Monat ein Bargeldeingang von einigen hundert Euro, die er über das Kilometergeld flüssig in der Tasche hatte – so schlecht also ging es ihm auch gar  nicht.
Seine Firma bearbeitete dann die von ihm eingeleiteten Geschäftsfälle, und er bekam Kopien des Schriftverkehrs, den er aber meistens wenig aufmerksam las – seine Arbeit war ja eigentlich getan, so dachte er sich.
Ja, Frigu war schon manchmal ein wundersamer Heini….  
Sein Vertriebsdirektor Ascan D. rief uns, die A&B Detektive, zu sich und erteilte uns einen Auftrag, den guten Frigu zu überwachen. Was war passiert?

Ascan D. erklärte uns, was ihn bedrückte.
Frigu hatte seine Reisekostenabrechnungen immer wöchentlich eingereicht, Tagesspesen und Kilometergeld sowie diverse Sonderausgaben erschienen regelmäßig auf den Abrechnungsformularen. 
Aber, eine aufmerksame Sachbearbeiterin im Vertriebsinnendienst kam eines Tages zu ihm und erzählte, dass in den e-Mails, aber auch manchmal in den Briefen der Kunden, die Frigu betreute, hin und wieder Formulierungen enthalten waren, die darauf Rückschlüsse zuliessen, dass die Kunden den Vertriebsmitarbeiter besucht hatten – und nicht, dass Frigu zu den Kunden hingereist war. Das las sich dann etwa so:
„Sehr geehrter Herr P.,
wie Sie uns bei unserem Treffen in Ihrem Hause in XY-Stadt am …… mitgeteilt hatten, sollten wir schnellstmöglich eine Musterlieferung erhalten. Nun, nachdem bereits vier Wochen über den Termin hinaus verstrichen sind, haben wir noch immer keine Muster bekommen…“ – und so weiter. XY-Stadt war nicht etwa der Firmensitz, sondern der Ort, an dem Frigu P. sein privates Wohnhaus hatte, und von wo aus er „home office-Arbeiten“ verrichtete.
Ascan D. nahm sich daraufhin die Reisekostenabrechnungen vor und überprüfte Daten und abgerechnete Kilometer – an den fraglichen Tagen hatte Frigu die Kunden besucht – so jedenfalls wiesen seine Abrechnungen aus.  Das heisst: er rechnete falsch ab. Aber, niemand wusste, an welchen Tagen er ausserdem die Firma betrogen hatte – deshalb sollten wir mehreres tun:
  • aktuell Frigu beobachten und festhalten, wann er welche Kunden besuchte
  • die Abrechnungen der letzten sechs Monate mit seinen Kunden abgleichen

Nun, wie erwartet: wir konnten nachweisen, dass Frigu systematisch seine Firma mit falschen Reisekostenabrechnungen betrogen hatte – und das hatte die erwarteten Konsequenzen: Frigu wurde fristlos entlassen und bekam eine Anzeige wegen Betruges.

Das wurde teuer für Fritz-Gustav!

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