Detektei Hilden

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Detektivische Erzählungen aus der Detektei Hilden

Ref.-Kirche und Fachwerkhäuser
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Das teure deutsche Gesundheitswesen

Ingo P. ist nicht so klug, wie er hätte sein sollen


Jeder Mensch in Deutschland ist irgendwie gegen Krankheit versichert, sollte es zumindest sein, so jedenfalls sieht es ein geltendes Gesetz vor – und von den Versicherten sind ungefähr 9%  privat versichert, 91% sind demnach Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung.
Die Krankheitskosten in Deutschland beliefen sich auf 234 Milliarden Euro (2006),  zum Vergleich: der Bundeshaushalt war 283 Milliarden Euro teuer, im Jahre 2008.  Angesichts so gewaltiger Beträge leuchtet ein, dass also um die deutschen Gesundheitskosten enormer Wettbewerb herrschen muss – und dem „normalen Bürger“ ist gewiss manchmal gar nicht bewusst, wie viel Geld bei „Husten, Schnupfen, Heiserkeit“ – um diese Begriffe einmal stellvertretend für alle Krankheiten zu benutzen – im Spiel sind.

Den Bundeshaushalt verstehen ja auch nur ganz wenige Spezialisten…

Die Diskussion über „Ersatzkassen“ und „Privatversicherte“ geht quer durch alle Bevölkerungsschichten, es gibt „pros“ und „cons“, „für“ und „wider“, und wie so oft bei solchen Diskussionen, gilt auch hier der alte Grundsatz: „es kommt darauf an!“

Privatkassen werben um leistungsfähige, junge Mitglieder, weil die nach statistischen  Erhebungen relativ gesund sind,  und deshalb entstehen bei ihnen auch geringere  Krankheitskosten. Im Jahr 2006 wurden 47% aller Krankheitskosten von den über 65 Jahre alten Bürgern in Deutschland verursacht – das waren 6.910 Euro pro Kopf, während die Jüngeren nur ungefähr 1.880 Euro pro Person kosteten.

Also schicken die Privatkassen Kundenberater aus, die mit Informationen unterwegs sind und Mitglieder zum Beitritt werben sollen – eine legitime Aktivität.

Naturgemäß sind die in Frage kommenden potentiellen Kunden in aller Regel berufstätig, und die Besuchsaktivtäten finden üblicherweise am Abend statt, wenn die jüngeren und zumeist leitenden Angestellten nach einem langen Arbeitstag dann endlich nach Hause kommen.

Einer der Werber, Ingo P., fest angestellter Mitarbeiter einer der privaten Krankenkassen,  hatte sich einen guten Trick ausgedacht: er wusste, dass die gehobenen Supermärkte, die inzwischen bis 20.00 Uhr geöffnet haben, oft von gerade diesen Leuten noch kurz vor Ladenschluss aufgesucht werden – denn diese Leute leben oft allein und müssen sich deshalb auch mal was zum Essen kaufen. Also nahm er Position auf dem Parkplatz des Supermarktes und fuhr, nachdem er gesehen hatte, wer da noch schnell etwas eingekauft  hatte, dem jungen und häufig gut aussehenden Menschen nach, so dass er auch sah, wo dieser Mensch in etwa wohnte. „Mensch“ – deshalb neutral, weil: es kommen immer mehr weibliche Managerinnen dazu (ein Widerspruch in sich, das Wort! - Frauen im „Mannesalter“), die in den leitenden Kreisen tätig sind. Dort sprach er ihn höflich an, überreichte der Person seine Besuchskarte – früher nannte man das Visitenkarte – und bat um Rückruf am nächsten Tag.  Ingo P. hatte ein gewinnendes Auftreten, war sehr höflich und sah gut aus. Und es gelang ihm oftmals, diesen  Rückruf zu bekommen – und dann wurde ein Beratungsgespräch vereinbart – was auch häufig zum Geschäftsabschluss führte. Diese etwas komplizierte Vorgehensweise ist unter guten Werbern die einzige erlaubte Methode – alles andere ist nicht zulässig.

Allerdings stellte Ingo P. immer öfter fest, dass er offenbar bei der falschen Versicherungsgesellschaft angestellt war – die Kunden waren eigentlich an Leistungspaketen interessiert, die er nicht in seinem Angebot hatte. Er wusste genau, welche der Wettbewerbsfirmen so etwas hatte, und als er etliche Male unverrichteter Dinge und  ohne einen Auftrag zu buchen abziehen musste, da kam ihm die Idee, sich bei dem anderen Versicherungsunternehmen als freier Mitarbeiter unter Vertrag nehmen zu lassen. Dass so etwas gegen das von ihm unterschriebene Wettbewerbsverbot mit seinem Arbeitgeber, bei dem er seine Festanstellung mit  Fixum und Bonus hatte,  verstiess – nun, das wusste er, aber wer sollte ihn denn schon erwischen, wenn er das tat – die Zeiten sind eben schlecht!

Und so geschah es, dass Ingo P. bald überhaupt keine Abschlüsse mehr für seinen „ersten“ Arbeitgeber buchte, er bekam von dem nur noch sein relativ niedriges Festgehalt, er war allerdings darüber sozialversichert – und die dicken Prämien bekam er für die Abschlüsse, die er für den anderen konkurrierenden Versicherungskonzern buchte,  der von seinem Doppelleben natürlich auch nichts  wusste. 

Sein Arbeitgeber merkte natürlich bald, dass da was faul war. Und er rief uns, die A&B Detektive,  zur Lagebesprechung in sein lokales Direktionsbüro. Wir schlugen vor, dass wir eine diskrete Überwachung durchführen würden,  und in Abhängigkeit der ersten Ergebnisse wären dann weitere Massnahmen zu beschliessen.

Es dauerte einige Tage, bis wir den guten Trick mit der Kontaktaufnahme mit potentiellen Kunden nach dem Einkauf im Supermarkt herausbekommen hatten, und da wir dann sahen, in welcher Gegend er mit dem Kunden in Kontakt trat, konnten wir seinem Arbeitgeber eine Liste mit ungefähren Adressen übermitteln.

Dass von den Kunden unter diesen Adressen niemals ein Vertrag kam, das merkten alle innerhalb der nächsten zwei Wochen. Also wurde Ingo P. angesprochen, er möge doch bitte einmal seine Kontaktadressen angeben. Da er mit denen ja auf keinen Fall eine Versicherung abgeschlossen hatte, die sein Arbeitgeber im Angebot hatte, glaubte er, es sei ungefährlich, wenn diese Kunden angerufen würden.

So lieferte er also Namenslisten ab – es blieb ihm ja auch nichts anderes übrig.

Und jetzt waren wir, die A&B Detektive, wieder am Zug. Wir nahmen in der vorgeschriebenen Weise Kontakt mit den angegebenen Leuten auf, nachdem wir sie vorher angeschrieben und um Genehmigung gebeten hatten, sie kontaktieren zu dürfen. Dann befragten wir sie nach Ingo P. – wir sagten nicht, dass wir Ermittler waren, sondern wir waren offiziell im Auftrag seiner Versicherungsgesellschaft  unterwegs, und wir wollten uns nach seinem allgemeinen Auftreten erkundigen. Dabei erwähnten wir den Namen der Versicherung, bei der er fest angestellt war  - und erhielten regelmäßig die Antwort, nein, nein, Ingo P. sei doch für die andere grosse Versicherung unterwegs gewesen – und wir schrieben nur ein wenig mit…

Diese Aussagen häuften sich. Der zuständige Vertriebsdirektor der Versicherung, die uns beauftragt hatte, kannte natürlich auch seinen Kollegen, der verantwortlich war für die andere Gesellschaft, und so wurde ein gemeinsames Abendessen vereinbart,  bei dem wir mit unseren beiden Ermittlern teilnahmen – und eben die beiden Versicherungsdirektoren, die übrigens früher mal Kollegen gewesen waren – so klein ist die Welt!  

Ja, Ingo P. war der neue Superstar am Himmel der anderen Gesellschaft, und seit er als freier Mitarbeiter angeheuert hatte, lief das Geschäft bei ihm wie geschmiert.  Als unser Mann seinem „Kollegen“ aber erklärte, wer Ingo P. in Wirklichkeit war, und dass er seine Festanstellung verheimlicht hatte, da war das Loblied bald ausgesungen – denn das verstiess gegen jede Regel.

Nun, das Ende der Geschichte ist, wie zu erwarten war: Ingo P. verlor beide Jobs, seine Festanstellung und auch den freien Vertrag.

Die Anwälte beider Gesellschaften berieten danach noch eine Weile, ob sie Ingo P. nicht darüberhinaus gemeinsam anzeigen und auf Schadensersatz verklagen sollten – aber da waren wir, die A&B Detektive,  bereits aus den Details wieder heraus.


 

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