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© GNU Free Documentation License Der kunstsinnige Geschichtsprofessor – oder doch nicht?Wie werden alte Ölfarben gemacht? Die Sandstein-Felsformation „Hockendes Weib“ steht in den Dörenther Klippen bei Ibbenbüren – der Name kommt natürlich daher, dass die Phantasie der Menschen Bilder sieht, bei Wolken, Bergformen, Baumwipfeln und bei vielem mehr. Die berühmte Felsformation, um die sich eine bekannte Sage gebildet hat, ist eines der Ausflugsziele bei der Kohlenstadt Ibbenbüren im Tecklenburger Land, im Nordwesten des Teutoburger Waldes. Bei unserem Fall in Ibbenbüren ging es auch um Bilder. Aber nicht, wie man es allgemein annahm – es war weitaus komplizierter. Unser Auftraggeber war ein sehr gut betuchter Kunstsammler, der sich in vielen Sammeljahren ein regelrechtes kleines Privatmuseum angeschafft hatte. Nun, da er aus seiner Berufstätigkeit als angesehener Geschichtsprofessor ausgeschieden und in den Ruhestand eingetreten war, hatte er viel Zeit, und endlich konnte er sich um die genauere Erforschung seiner Sammelstücke kümmern. Es handelte sich auch nicht um einen Bürger der Stadt Ibbenbüren – er hatte nur eine Zweitwohnung in der Stadt – sein erster Wohnsitz war an seinem ursprünglichen Arbeitsort in der ehrwürdigen Universitätsstadt – gut 300 Kilometer entfernt. Professor S. hatte kleine Bilder, Fresken zumeist, gesammelt, die aus der Zeit des 80jährigen Krieges (1568 bis 1648) stammten – das war dieser unglaubliche Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden, an dessen Ende – gleichzeitig mit der Beendigung des Dreissigjährigen Krieges – die Niederlande ihre lang und mit vielen Opfern erkämpfte Unabhängigkeit von der sie besetzenden Kolonialmacht Spanien bekamen. Deutschlandweit:An diesen Bildern waren die Jahrhunderte natürlich nicht spurlos vorbeigegangen – die alte Ölfarbe, die, wie damals noch immer üblich, aus feingemahlenem Stein unter Beigabe von Öl von den alten Malern selbst angerührt wurde, blätterte immer weiter ab. Professor S. hatte sich sein Leben lang immer mit den alten Maltechniken befasst und wusste deshalb auch, wie diese Farben angefertigt wurden. Aber das war mehr theoretisch – nie praktisch. Seine Bemühungen, nun die Original-Farben wieder zu besorgen, erforderten das sorgfältige Sammeln von Steinen verschiedener Farben, die dann in schweren Mahlwerken zu feinem Pulver zermahlen werden mussten. Die Farben kamen überwiegend aus den Felsformationen um Ibbenbüren, und dort besorgte der Vertrauensmann des Professors diese Farben. Es handelte sich um Paul T., der über sehr gute Beziehungen zu verfügen schien. Weil ihm diese Arbeit inzwischen ein wenig schwer fiel, hatte Professor S. seine alten Beziehungen spielen lassen und diesen alten Kunsthändler angesprochen, der ihm damals ja fast alle seine Prachtstücke besorgt hatte. Paul T. hatte immer noch unglaubliche Beziehungen – aber so einige der alten Stücke waren möglicherweise doch nicht so ganz echt – diese Erkenntnis hatte sich dem pensionierten Professor S. ganz allmählich erschlossen. Er wollte einerseits von seinem Lieferanten Hilfe beim Beschaffen der alten Ölfarben bekommen, andererseits aber wollte er herausfinden, woher Paul T. die Farbe holte – und vielleicht auch, woher er damals die Stücke besorgt hatte…. Es war ihm natürlich nicht möglich, sich selbst darum zu kümmern – das wäre zu gefährlich gewesen. Also kam er zu uns, den A&B Detektiven, und er schilderte uns seine Sorgen. Unser Auftrag bestand darin, Herrn T. zu überprüfen, denn dem alten Professor wurden seine Kunstschätze inzwischen ein wenig zu heiss. Die Angelegenheit war deshalb so prekär, weil Professor S. ein Buch über seine Kunstschätze geschrieben hatte. In diesem Buch gab es haufenweise Angaben über die Herkunftsjahre der gesammelten Kunstwerke – und das Buch war bestens ausgestattet mit kostspielig aufgenommenen Fotos. Das Buch befand sich bereits beim Drucker und sollte bald in Druck gehen und erscheinen. Wie schrecklich, wenn damit peinliche Fehler verbreitet würden! Wir stellten einen Ermittler ab, der sich in einem Museum einen Schnellkursus in Sachen Kunstfälschung und Freskorestaurierung hatte verpassen lassen. Dieser Ermittler sollte Paul T. unauffällig ausfragen – und damit seine Fragen nicht ganz so dämlich ausfielen, die er Paul T. stellen musste, war dieser Kursus sehr wichtig gewesen. Der Plan ging viel besser auf als wir es alle befürchtet hatten. Paul T. hatte bald Freude daran gefunden, dass er nicht mehr so allein war und einen Partner hatte, mit dem er seine Kenntnisse teilen konnte, und den er damit beeindrucken konnte, wie gut er selbst war. Diese Details erzählte der Kunsthändler unserem Ermittler, während die beiden Männer durch die Steinbrüche stapften und Steine sammelten, aus denen später die Farben hergestellt werden sollten. Andere Einsatzgebiete:Paul T. gab stolz zum Besten, welche Tricks man anwenden musste, wenn es darum ging, mit neuen Farben neue Steine zu bemalen und sie dann so zu behandeln, dass sie alt und echt aussahen.
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