Detektei Iserlohn

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Die Detekteigeschichte aus der Detektei Iserlohn

In jedem normalen Winter wird Iserlohn öfter am Tag in den Verkehrsnachrichten des lokalen Rundfunksenders erwähnt – denn, wenn es tatsächlich mal geschneit hat, dann liegt der Schnee in der hochgelegenen Stadt hoch, und der Schnee behindert den Innenstadtverkehr ganz beträchtlich. 

Iserlohn liegt am Rande des Ruhrgebiets. Die städtische Industrie wird bestimmt von mittelständischen Firmen, und es wird gut verdient in der Stadt.

Die zweitälteste Partnerschaft besteht zur Stadt Biel im Kanton Bern – die Partnerschaft wurde schon im Jahre 1959 geschlossen. Biel ist die wichtigste Uhrenstadt der Schweiz, und die langjährige Freundschaft zwischen Bielern und den Iserlohnern hat, trotz der gehörigen Sprachbarrieren, dafür gesorgt, dass so mancher Sauerländer eine hochwertige Schweizer Uhr am Handgelenk trägt, denn: – wenn schon, denn schon, oder: man zeigt, was man hat, oder: man gönnt sich ja sonst nichts – oder wie die dazu passenden Sprüche auch sonst noch heissen mögen. 

Die Juweliere und Uhrenhändler der Stadt waren irritiert, weil sie zuerst gerüchtweise von einem Wettbewerber erfuhren, der es doch tatsächlich geschafft haben sollte, ihre Geschäftsläufe gehörig durcheinander zu bringen – und das mit unerhört preiswerten Original Schweizer Uhren, mit bestens bekannten Namen, die auch sie in ihren Auslagen zeigten.
 
Dieser neue Wettbewerber hatte sein Geschäft nicht in einem der Flanierviertel der Stadt, sondern er war fast ein „ambulanter“ Händler – im Internet war er präsent, und ab und zu hatte er eine mini-kleine Anzeige in einer Boulevardzeitung, die aber im ganzen Ruhrgebiet gelesen wurde, und wo er vielleicht – hoffentlich, so dachten die Juweliere – seine wesentlichen Kunden finden könnte.

Erkenntnisse der Detektei Iserlohn

Und obwohl sonst jeder des anderen „Deuwel“ war, so fühlten die Uhrenverkäufer der Stadt doch inzwischen, dass hier eine echte Bedrohung auf sie zukam. Wo sich einer niederlässt und Erfolg hat, da werden Nachahmer förmlich eingeladen. Einer, der Älteste, der ein wenig literarisch gebildet war, pflegte zu sprechen: „wehret den Anfängen“, und er telefonierte bei seinen örtlichen Wettbewerbern herum und rief die ehrenwerten Herren zu einer vertraulichen Runde in einem großen Restaurant, ausserhalb der Stadt, zusammen – es musste ja nicht jeder wissen, dass sich plötzlich ein Kartell gebildet hatte.  Die Diskussion wurde richtig lebendig, ganz unerwartet entwickelten die bedächtigen Herren – übrigens, keine einzige Frau war dabei –  ein unerwartetes Temperament.
Seitenhiebe auf die überhöhten Verkaufspreise einiger der Kollegen wurden von ein paar „Billigheimern“ abgelassen – aber dann setzte sich der Senior, der „Literat“ durch und rief zu konstruktiver Beratung auf. Nach zwei Stunden lebhafter Diskussion fand der Vorschlag eine deutliche Mehrheit, der so ging: man beschloss, die A&B Detektive zu beauftragen, dem unliebsamen Konkurrenten auf die Finger zu schauen und herauszufinden, was da ablief.

Wir bekamen den Auftrag, und einer unserer Ermittler setzte ich mit dem neuen Händler in Verbindung. Er tat so, als ob er sich für eine der angebotenen Schweizer Uhren interessiere. Ob die denn auch echt sei – der Preis sei ja unglaublich günstig, im Vergleich mit den anderen Händlern in der Stadt. Oh ja, die Uhr sei eine Original-Uhr aus der Schweiz, und der gute Preis käme zustande, weil er sich ja kein teures Ladenlokal in der Fussgängerzone leisten müsse, und weil er eben große Stückzahlen abnehme – bei seinem Schweizer Uhren-Großhändler. Ob wir denn ein unbeschränktes Rückgaberecht hätten? Ja, natürlich! Gut, dann kauften wir eines der gängigsten Modelle, und brachten das gute Stück sofort zu dem Sprecher der Uhrengilde zur Prüfung. Der wurde blass: er urteilte: die Uhr ist echt – und ein Anruf bei dem Hersteller in der Schweiz bestätigte, dass das fragliche Uhrenmodell mit dieser Registriernummer tatsächlich aus ihrer Fertigung stammte.
Katastrophe! Wir hatten eine Idee: wir brachten die Uhr zurück und erklärten dem Händler, dass sie uns doch nicht so gut gefiele – wir würden gern eine andere Uhr haben – und die bekamen wir. Aber: auch die war echt! Was nun?
Parallel taten wir etwas, was wir in solchen Fälle immer tun: wir klemmten uns hinter den Uhrenhändler und beschatteten ihn mal ein wenig. Die normalen Paradestücke – Fotos, Videos, GPS-Verfolgung, Beobachten – das Übliche eben. Und da fiel uns etwas auf, was uns stutzig machte: der Händler, den wir beschatteten, fuhr manchmal in eine der nahe gelegenen Höhlen, für die Iserlohn ja bekannt und berühmt ist. Er hatte dort offenbar ein Depot, und er holte hin und wieder von dort ein Paket in Größe und Form eines Schuhkartons.
Das sah aber nicht nach offizieller Lieferung aus der Schweiz aus!
Wir nahmen die Uhr, die wir gekauft hatten, und fuhren zu dem Hersteller in die Schweiz. Die Geschäftsleitung empfing uns etwas reserviert, aber es gelang uns, sehr bald das Interesse der Herren zu wecken: bei Überprüfung der Daten dieser einen „Original-Uhr“ stellte sich heraus, dass diese Registriernummer in der Tat bei diesem Hersteller existierte – aber diese Uhr war zwei Jahre zuvor in die USA geliefert worden. Dieses Detail hatte der Iserlohner Händler in seinem Telefongespräch nicht erfahren! Und dann ging eine Geheimnistuerei los – ja, die Herren aus der ehrwürdigen Uhrenfabrik bestätigten, dass vor etwa einem halben Jahr auf unerklärte Weise eine Daten-CD abhanden gekommen war, auf denen auch interne Registriernummern und die dazugehörigen Modelle aufgelistet waren. Und, übrigens, einen Abnehmer in Deutschland für dieses von uns vorgelegte Modell – nein, den gäbe es nicht – dieser Mann sei ihnen gänzlich unbekannt.

Wir machten uns auf den Rückweg und suchten den fliegenden Händler auf. Wir gaben uns als Detektive zu erkennen und zeigten ihm ein Video, auf dem erkennbar war, wie er mit einer Art Schuhkarton aus einem Versteck kam. Dann erzählten wir ihm, dass die Schweizer Hersteller den Dieb der CD entdeckt hatten und dass sie uns gesagt hätten, diese CD sei zu einem Uhren-Kopierer in Asien geraten, und der würde sich nun mit hervorragenden Kopien existierender Modelle und den dazugehörigen Seriennummern über Leute, wie er einer sei, eine goldene Nase verdienen, ferner, dass das Produktpiraterie sei, und dass er als Verteiler eine gehörige Strafe riskiere.

Der Mann war so beeindruckt von unserem Vortrag, dass er nach einigem Hin- und Her alles zugab – ja, so war es – er bekam die Uhren aus Hongkong – und sie sahen so täuschend echt aus, dass selbst Fachleute die Fälschung nicht erkannten – was wir ihm ja auch hätten bestätigen können - aber diesen Triumph wollten wir ihm nicht gönnen.

Bei dem Notar unterschrieb er eine gerichtsverwertbare Urkunde, in der seine Geschäftsmethoden und Geschäftsbeziehungen nach Asien ausführlich beschrieben worden waren.

Und die Uhrenhändler? Kaum, dass die Gefahr aus dem Fernen Osten gebannt war, ging der alte Konkurrenzkampf weiter, als wäre nichts gewesen. Der Senior nur erstatte Anzeige gegen den unliebsamen Konkurrenten.   

Der Uhrenhändler wurde, da er ja geständig war, zu einer Bewährungsstrafe und einer hohen Geldstrafe verurteilt.

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