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Die Detektei A&B Detektive | Einsatzort Kempten *

Willkommen bei der Detektei A & B

Hier sind Sie genau richtig. Unsere Teams ermitteln in sämtlichen geschäftlichen und privaten Fällen.
Die Detektive unserer Teams bestehen aus erfahrenen Ermittlern, denn "Erfahrung schafft sichere Ergebnisse". Jeder einzelne Auftrag wird ermittlungstechnisch mit den jeweils aktuellem strategisch- und technischem Ermittlungs-Know-How durchgeführt.


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Augustus
Chapuis
Pilum
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Bilder Wikipedia Public Domain

 

Die Römer bewarfen ihre Gegner mit einem Pilum

Produktpiraterie kann Menschenleben gefährden

Kempten im Regierungsbezirk Schwaben im Bundesland Bayern liegt mitten im  Feriengebiet Allgäu. Als römische Siedlung Cambodunum ist Kempten bereits ab etwa 15 v.Chr. historisch belegt. Damit ist Kempten als römische Siedlung eine der ältesten Städte Deutschlands. Nicht von ungefähr gibt es reichlich Funde aus der römischen Zeit.
Das „Pilum“, ein römischer Wurfspiess, welches bereits vor 2000 Jahren teilweise durchschlagende Wirkung hatte, sah so aus: ein etwa 50 bis 100 Zentimeter langer Eisenstab wurde auf einem Holzstab befestigt, so erreichte der Speer eine Länge von bis zu 2 Metern. Und es funktionierte so: der Soldat warf das Pilum auf den Gegner, der sich natürlich mit seinem Schild zu schützen versuchte. Beim Aufprall drang das Pilum in den Schild ein, verbog sich dabei, und konnte nicht mehr so einfach herausgezogen werden. Für den Schildträger war damit meist der Schutz vorbei – denn den Schild konnte er so nicht mehr richtig benutzen – also liess er ihn fallen – und war ab dann ungeschützt.
Raffiniert, nicht wahr?
Ein krummes Pilum ist also eindeutig kein Grund zur Reklamation beim Rüstungsbetrieb, sondern ein Beleg dafür, dass es sich bestimmungsgemäss verbogen hatte!

Reklamationen aber waren ein Grund, uns, die A&B Detektive, zum Einsatz ins Allgäu zu bitten. Was war passiert?

Ein Lieferant für Elektromotoren hatte stets erstklassige Ware mit unbestrittener Qualität abgeliefert. Sein hervorragender Ruf bestand seit vielen Jahren bei den Kunden. Die Lieferung der Produkte erfolgte über den Maschinenhandel an ein technisches Zentrum irgendwo in Deutschland. Von dort aus wurde die Verteilung an die Kunden im In- und Ausland durchgeführt. Seit einiger Zeit häuften sich aber die Reklamationen, dass nämlich einige Produkte immer wieder Fehler aufwiesen, die zu gefährlichen Verletzungen der Benutzer führen könnten. Es ging speziell um solche Elektromotoren, wie sie unter anderem in Handbohrmaschinen verwendet werden.  
Bereits nach nur geringer Belastungsdauer wurden die Motoren sehr heiss, und wenn jemand diese Bohrmaschinen mit Handschuhen anfasste, bemerkte man die sich entwickelnde Hitze nicht sogleich. Wenn aber dann noch ein wenig länger weitergebohrt wurde, gab es mehrere Möglichkeiten, dass der Motor sich verabschiedete – entweder es gab eine lange Stichflamme, die aus den Kühlschlitzen herausschlug, oder es entwickelte sich der typische Geruch, der beim Durchbrennen von Motoren auf verschmorte Kabel schliessen liess, oder der Motor blieb einfach stehen. Aber eines, mit dem jeder Benutzer normalerweise rechnete, gab es nicht: es gab keinen Effekt, der die Sicherung rausfliegen liess, so dass weitere Schäden verhindert würden. Es gab auch verschiedene Fälle, dass sogar offene Brände entstanden waren… 

Der Käufer dieser Motoren reklamierte also beim Lieferanten, und die Reklamationen waren alles andere als freundlich – der Kunde der Elektromotoren stand natürlich ebenfalls unter starkem Druck, und der Abnehmer hatte bereits eine gefährliche Drohung ausgesprochen: er werde den Lieferanten wechseln und den aktuellen „schuldigen“ Lieferanten auf Schadenersatz verklagen. Wenn das passieren würde, könnte für den Hersteller massiv die Existenz seines Unternehmens  bedroht sein.

Unser Auftraggeber war der Motorenproduzent. Der war bis an die Grenze verunsichert, er wusste sich nicht mehr zu helfen. Wir bekamen die kompletten Lieferunterlagen: Kundenlisten, Stückzahlen, Typen der gelieferten Motoren, Lieferdaten, und darin konnten wir nun suchen. Unsere Ermittler haben eine Menge Erfahrung bei „schrägen“ Fällen, und solche Wirtschaftsdelikte sind noch nicht einmal die „schrägsten“ denkbaren Fälle.

Der Käufer der Motoren hatte eine Menge der defekten Produkte – eingebaut in die  jeweiligen Maschinen – dem Motorenproduzenten sozusagen  unsortiert auf den Fabrikshof gekippt. Der Motorenbauer stellte unseren Ermittlern zwei Montagearbeiter zur Verfügung, und die bauten die defekten Motoren aus. Wir stellten systematisch Listen zusammen, unsere Ermittler waren schon immer gut in  „Microsoft Office Excel“-Tabellenkalkulationen. Unser Auftrag lautete, im Detail nach Indizien zu fahnden, die das Mysterium der durchgebrannten Motoren erklären würden – denn soviel war klar: der Motorenproduzent war sich keiner Schuld bewusst – er hatte alles so gemacht wie immer, als sein hervorragender Ruf im Markt aufgebaut wurde! Und nun so etwas!

Das Erste, was wir fanden, war eine Nicht-Übereinstimmung der Typenschilder und Registriernummern auf den defekten Motoren mit den Registriernummern aus den Lieferlisten. Sodann verglichen wir die retournierten Motoren mit neuen Motoren,  in der Originalversion vom Hersteller. Und dabei stellte sich heraus, dass die Kabel bei den defekten Motoren deutlich dünner waren als bei „unseren“ Motoren, und dass die Kabelfarben der Isolierung nicht den Farben bei den Originalmotoren entsprachen. Zwar waren die blauen Kabel auch blau, aber die Kabel an den defekten Motoren hatten ein anderes Blau als die von unserem Auftraggeber. Bei den roten Kabeln verhielt es sich genau so. Diese Beobachtung hatte den Forschertrieb unserer Ermittler geweckt – sie sahen sich die Montageschrauben an – und auch da gab es Unterschiede:  „unsere“ Schrauben waren „Torx“ – Schrauben, die aus Sicherheitsgründen weiter entwickelten wohl bekannten Kreuz-Schlitz-Schrauben,  und die Schrauben an den anderen Motoren waren einfachste Schlitz-Schrauben, ohne alle Sicherheitsvorkehrungen.    

Damit wurde klar, dass irgendwer in den defekten Maschinen andere Motoren eingebaut hatte – zwar sahen sie auf den ersten flüchtigen Blick aus wie die von unserem Auftraggeber – aber eben nur auf den ersten flüchtigen Blick.
Wir fertigten einen detaillierten Bericht an, und damit fuhren wir zu dem Maschinenlieferanten, der die Motoren reklamiert hatte. Wir sprachen direkt bei der Geschäftsleitung  vor und trafen den Geschäftsführer und den technischen Direktor an. Denen zeigten wir die Ergebnisse unserer Recherchen – und die mitgebrachten Beispiele sprachen für sich. Beide Männer waren komischerweise sehr still.
Und dann griff der Technikchef zum Telefonhörer und rief einen gewissen Herrn Weber an – und das Gespräch war ultrakurz. Nach einer Minute öffnete Herr Weber die Tür, und er wurde uns als Chef der Einkaufsabteilung vorgestellt.

Die dann folgende Unterhaltung war eine sehr einseitige Angelegenheit: „Herr Weber, die Anweisung lautete, dass die Motoren, die Sie einkaufen dürfen, technisch identisch sein müssen mit denen unseres Stamm-Lieferanten. Haben Sie unserer Technik-Abteilung die Muster zum Vergleich vorgelegt?“

Und dann kam das gesamte Elend zum Vorschein: der Einkaufschef war einem Betrüger aufgesessen, der ihm die aus Fernost stammenden Motoren in leuchtenden Farben geschildert hatte. Um die Entscheidung des Einkaufschefs etwas geschmeidiger werden zu lassen, war ihm aber für jeden Motor, der diesem neuen Lieferanten abgekauft wurde, ein nennenswerter Prozentsatz des Verkaufspreises zugesagt worden – netto, „bar auf die Kralle“.

Die gefälschten Motoren waren auf dem Wege der „Produktpiraterie“ entwickelt worden, sie erfüllten auf den ersten Blick die minimalen Anforderungen – aber leider eben nur auf den ersten Blick.

Die  Vorgesetzten von Herrn Weber hatten tatsächlich Anweisung gegeben, dass der Einkauf möglichst preiswerter Ersatztypen die Profitsituation des Unternehmens  verbessern solle. Aber nun – es war genau das Gegenteil eingetreten – und der jetzt eingetretene Schaden war enorm. Es dauerte ziemlich lange, bis sich die Wellen der Empörung im Markt über dieses Vorgehen gelegt hatten.

Es gilt auch hier wie überall die Richtigkeit des bekannten Satzes, der einst von  Börsianern erfunden wurde – aber nur von seriösen Börsianern:
Gier frisst Hirn.
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