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Die Detektei A&B Detektive | Einsatzort Kerpen *

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Die Detektivgeschichte aus der Detektei Kerpen *

Euregio Mass–Rhein mit ihren Versuchungen

Johann T. hat einen kleinen Fehler gemacht und fuhr zu schnell

Kerpen, eine der grössten Städte im Rhein-Erftkreis, liegt ganz nah bei Köln, im Rheinischen Braunkohlenrevier. Die Gegend ist eigentlich nicht wirklich arm, aber ganz gewiss auch nicht reich – die Braunkohleförderung gab ein wenig Einkommen für die Kohlenarbeiter aus der Arbeit im Tagebau, und nach Feierabend bewirtschafteten die Leute nebenbei ihre kleinen Bauernhöfe als Nebenerwerbsbetriebe. Die Arbeit war hart, und reich wurde niemand dabei – aber die Leute waren es nicht anders gewöhnt.  Der Einfluss der grossen Stadt Köln war übermächtig und erstreckte sich auf alle Lebensbereiche – das begann im Mittelalter und hat sich bis heute nicht geändert. Die Stadt besteht aus 12 einzelnen Orten und wurde aufgrund der Gemeindereform im Jahre 1975 so geschaffen, wie sie heute da ist.
Von Kerpen ist es nicht weit bis über die Grenze am Dreiländereck D-B-NL hinaus – „Euregio Mass-Rhein“ heisst die Gegend, in der grenzübergreifend seit etlichen Jahren einige sehr vernünftige Projekte angestossen worden sind. Dazu gehört unter anderem, dass es viele „Grenzgänger“ gibt, die hier wohnen und im Nachbarland arbeiten, die Grenzkontrollen sind seit vielen Jahren weggefallen. Touristen, und wer keine gewerblichen Güter transportiert oder Handelsware, die beim grenzüberschreitenden Verkehr registriert werden müssen, rauscht normalerweise mit seinem Auto durch – von Deutschland in die Niederlande hinein, wo es gleich hinter der Grenze sehr genaue Geschwindigkeitskontrollen gibt – es hagelt saftige Geldstrafen wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen, denn in den Niederlanden gilt strikt Tempo 130 – nicht als Richtgeschwindigkeit!

Johann T. – wie im Rheinland üblich, nannte man ihn „Schäng“ – die Abwandlung des französischen „Jean“, das immer noch im Rheinland in Mode ist, seitdem die Napoleonischen Truppen vor mehr als 200 Jahren das Rheinland besetzt hatten. Johann T. war ein geschickter Autofahrer. Er war seit kurzem als Kurierfahrer bei einer deutschen Firma in angestellt worden, die über eine Niederlassung jenseits der Grenze in den Niederlanden verfügte. Wegen seiner ausgezeichneten Ortskenntnisse auf beiden Seiten der Grenze benutzte er das Navigationsgerät in seinem Transporter nur ganz selten. Das verschaffte ihm durchaus ein paar Vorteile – er hatte immer so ungefähr eine Stunde früher Feierabend als die anderen, die sich nicht so gut auskannten. Seine guten Kenntnisse  hatten aber noch einen anderen Nebeneffekt: er wusste auch genau, wo man die kleinen Briefchen mit dem teuren, weissen Pulver bekommen konnte, und er wusste auch, wer im Westen Deutschlands diese Briefchen dringend benötigte – und wer ihn dafür gut bezahlte. Ja, Abnehmer hatte er immer mehr als Briefchen!

Deshalb war er superfroh, dass er nun diesen Job, mit Festanstellung! hatte – und wenn andere sich immer wieder Ausreden einfallen lassen mussten, weil sie Drogen im Nachbarland abholen wollten, so war Johann derart privilegiert, dass er ja sogar nach Holland fahren musste – es war ja sein Job! Er war absolut glücklich darüber!

Nur, er durfte nicht arbeitslos werden! Denn, wenn er diesen Job verlor, war der wesentliche Teil seiner Einnahmen für immer weg. Dass er sich trotz dieser klugen Erkenntnis immer stärker auf den illegalenTeil seiner Tätigkeit konzentrierte, weil ihn die Geldgier gepackt hatte, das gestand er sich nicht ein. Und das war sein Fehler! Inzwischen nämlich waren auch ein paar Dealer auf ihn  aufmerksam geworden – er war also im ganz grossen Stil in das Geschäft eingestiegen.

Hatte er auch anfangs seine Fahrten durchaus noch ganz ordentlich erledigt, so hatte er inzwischen die Prioritäten geändert – er war mehr mit der Beschaffung des Stoffs beschäftigt  als seinem Arbeitgeber gefiel, und weil er mittlerweile häufiger als tolerierbar unzuverlässig bei der Arbeit war, erteilte uns sein Arbeitgeber den Auftrag, den Fahrer Schäng T. mal zu beobachten.
 Die A&B Detektive sind ja bekannt für effiziente Ermittlungen, Recherchen und Personenbeobachtungen – also wir nahmen den Auftrag an und klemmten uns an die schnellen Räder von Johann T.  

Auf diese Weise bekamen wir einen sehr detaillierten Einblick in die Beschaffungswege für illegale Drogenbeschaffung, zumal wir die Adressen, die Johann so anfuhr, auch fein säuberlich notierten – und wir juxten noch herum, dass jeder von uns sofort einen hochbezahlten Ersatzjob bekommen könnte, wenn man uns mal rauswürfe…  Der Auftrag hatte aber in der Tat einen unbezahlbaren Nebeneffekt – wir lernten auf diese Weise, wo die Lieferanten sassen und wo die Abnehmer… 

Die Lösung des gesamten Problems erfolgte dann schneller als gedacht und völlig unerwartet.

Johann T. hatte sich bei seinem letzten Lieferanten sehr verspätet und war offenbar in Panik geraten. In den Niederlanden hielt er sich noch so gerade an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit, aber jenseits der Grenze, zurück in Deutschland, auf dem Weg in Richtung Aachen, da liess er laufen, was der schnelle Transporter hergab – mehr als 160 km pro Stunde war er schnell. Er hatte aber übersehen, dass dort gerade eine Baustelle eingerichtet worden war, und die Geschwindigkeit war auf 100 km/h begrenzt worden. Ihm da mit seinem Tempo zu folgen – das war uns zu riskant, wir hielten uns lieber an die Regeln. So mussten wir ihn also für heute ziehen lassen – allerdings: schon an der nächsten Ausfahrt zu einem Parkplatz an der Autobahn war eine mobile Geschwindigkeitskontrolle aufgestellt worden, mit Polizisten auf ganz schnellen Motorrädern. Die hatten den schnellen Jean kommen sehen, und sich, so schnell es eben ging, auf ihre schweren Motorräder geschwungen – und ab dafür – hinterher!  Es war eine Frage von wenigen Kilometern, und sie hatten ihn gestoppt – das erkannten wir, als wir nach einigen Kilometern die rotierenden Blaulichter auf dem Standstreifen der A 4 sahen. Alle Türen des Transporters standen sperrangelweit offen, und wir rollten langsam hinter dem Schnellfahrer und seinen „Betreuern“ auf den Standstreifen.  Das wollten wir uns doch noch ein wenig genauer ansehen – die Polizisten waren gerade dabei, eine grössere Menge Pakete aus dem Wagen auszuladen.

Als wir aber sahen, dass man Johann mit Handschellen gefesselt hatte,  da wussten wir - das wird dauern – und wir fuhren sogleich wieder los, nämlich spornstreichs zu unseren Auftraggebern, um Bericht zu erstatten.

Einen nennenswerten Teil unseres Berichtes hatten wir ohnehin fertig – das plötzliche Ende war schnell hinzugeschrieben, und so wurde der Bericht umgehend komplettiert und abgeliefert.

Als wir unserem Kunden in einem kurzen zusammenfassenden mündlichen Vortrag mitteilten, dass die näheren Umstände bei der Polizei zu erfahren sein würden – nur, dass wir eben nicht genau wussten, ob bei der Verkehrspolizei oder aus dem Drogendezernat, da nickten seine Chefs betrübt – ja, das hatten sie geahnt!

So hatten wir noch nie einen Auftrag beendet – aber das Ergebnis war unbestreitbar: Johanns Karriere bei seiner Firma war beendet – und seine Drogenkurierdienste  ebenfalls. Seine Arbeitgeber sahen das genau so!

Was dann aus ihm geworden ist, haben wir nicht mehr erfahren – aber das interessierte uns auch nicht wirklich.

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