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Die Detektei A&B Detektive | Einsatzort Lingen *

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Die Detektivgeschichte aus der Detektei Lingen *

 

Rathaus Meppen
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Konstantin auf dem Weg nach Athen

Der Flughafen Alexander der Grosse in Skopje...
Lingen an der Ems, obwohl grösste Stadt im Emsland, ist dennoch nicht Kreisstadt – aber Lingen ist immerhin die deutsche Stadt der Öl- und Gasgewinnung. Begünstigt wird die wirtschaftliche Lage der Stadt durch ihre hervorragende Verkehrsanbindung – auf der Strasse, auf Fluss und Kanälen und auch auf der Schiene, per Bahn. Die Nordsee ist nicht weit, Oldenburg liegt auf dem Weg nach Hamburg, Bremen ist nah– und nicht zu vergessen – die niederländische Grenze, die ja inzwischen im vereinigten Europa kaum noch als Grenze wahrgenommen wird, ist auch nicht weit. Eine bevorzugte Lage in einem industriellen Umfeld, bei der es auf Logistik und effizientes Transportieren von Gütern ankommt.

Der emsländische Speditionsbetrieb machte gute Geschäfte. Karl-Georg P. hatte das Unternehmen vom Vater übernommen, der wiederum hatte beim Grossvater noch die bitteren Jahre kennengelernt, als nach dem Krieg die Kohlen noch mit Pferdefuhrwerken durch die Stadt gefahren wurden. Inzwischen besass die Firma modernste Silofahrzeuge, die auf höchste Wirksamkeit ausgelegt waren, ein bequemer Arbeitsplatz für die Fahrer, ausgestattet mit allem, was gut und teuer war – und Kohlen wurden auch nicht mehr gefahren. Kein Wunder, dass diese modern aufgestellte Firma Transportaufträge in ganz Europa erhielt – und damit verdiente man gutes Geld, wenn alles gut lief und wenn keine unnötigen Verzögerungen entstanden. Das Management der Geschäftsleitung war modern – gute Bezahlung der Fahrer, grosszügige Freizeitregelungen, aber im Gegenzug verlangte man von allen Mitarbeitern vollen Einsatz, wenn es gebraucht wurde. Die Firma hatte eine wichtige Ausschreibung gewonnen: Transporte nach Griechenland und nach Portugal mussten fast zeitgleich gefahren werden, und nun stellte sich heraus – immerhin war allgemeine Urlaubszeit -  dass nicht genügend geeignete Fahrer zur Verfügung standen. So kommt es ja oft: entweder man hat alle Fahrer da, aber nicht genug Touren, oder, wenn die Geschäfte besonders gut gehen, dann kann man nicht genug Fahrer bekommen. Gut – Jammern hilft nichts – es musste ein Aushilfsfahrer aus einer anderen Stadt angeworben werden. Es meldeten sich auch zwei Männer, deren Papiere in Ordnung waren, und die einen einigermassen zuverlässigen Eindruck machten.

Der Chef persönlich stellte Konstantin ein, den Fahrer, der die Griechenland-Tour übernehmen sollte – Konstantin war Grieche und berichtete, dass er diese Tour schon oft gefahren hatte. Ein Vorzug war natürlich, dass er im Lande keine sprachlichen Orientierungsprobleme haben würde – das war auch eine neue Erfahrung für den Speditionsbetrieb – obwohl – bisher hatten alle Fahrer ihre Transporte ohne grössere Probleme überall ordentlich abgeliefert.

Konstantin hatte den erklärten Plan, möglichst alt zu werden: er verspeiste den Leben verlängernden Knoblauch ganz offenbar in sehr grossen Mengen – und blitzschnell hatte er von den Kollegen den Spitznamen „Tsatsiki“ verpasst bekommen – was er aber gutmütig auf sich nahm. Er war allerdings auch selber schuld: er hatte nämlich davon erzählt, dass er ein ausgesprochener Tsatsiki-Spezialist sei, und dass er die erfrischende Joghurt-Speise immer selbst zubereite, und dass er immer zweimal mehr Knofel nimmt als das Rezept es üblicherweise verlangt.

Am Abfahrttag bestieg er seinen ziemlich neuen LKW, vollgeladen, mit dem Ziel Athen. Er wollte aber nicht die schnelle Route über Italien nehmen und dann mit der Fähre von Brindisi aus übersetzen, nein, er wollte durch das ehemalige Jugoslawien brettern, und dann weiter durch Mazedonien nach Griechenland fahren.  Dass er die vorgesehene Route nicht eigenmächtig ändern durfte, das wusste er vielleicht nicht, und ausserdem: die Zollpapiere waren ja auch nicht entsprechend aufgemacht – für so viele Grenzübertritte hatte er gar nicht genug Dokumente dabei. Aber von dieser eigenmächtigen Änderung der Fahrtstrecke erfuhr sein Chef leider erst später.

Kein Wunder – aber nun war er wortwörtlich verschwunden, denn er erreichte sein Ziel nicht in der angenommenen Zeit. Der Kunde in Athen rief an und mahnte die Lieferung an, er machte ordentlich Druck. Die Speditionsfirma im Emsland versuchte, Konstantin über sein Mobiltelefon zu erreichen – Konstantin hatte das Gerät aber komischerweise nur selten angeschaltet. Irgendwann mal erreichte man den Herrn – und er gab an, dass er in der Nähe von Skopje in Mazedonien festgehalten würde. Na, das war ja fein – warum er fest hing, das sagte er nicht. Aber – Skopje – das war  nun gar nicht seine beabsichtigte Fahrstrecke!

Sein Auftraggeber und neuer Chef, Karl-Georg P. kannte uns, die A&B Detektive, aus einer anderen Aktivität – er traute uns zu, auch dieses Problem lösen zu können, und so flogen wir mit zwei Ermittlern nach Skopje. Der Flughafen „Alexander der Grosse“ in Skopje stellte sich nicht so dar, wie wir uns das vorgestellt hatten und wie der grosse Name es vermuten liess – aber – andere Länder, andere Umstände - was soll’s?

Eine Detektei muss sich natürlich auf alle möglichen Überraschungen einstellen. Es könnte sein, dass Konstantin Probleme hatte, die er sich selbst zuzuschreiben hatte – warum wollte er unbedingt über den Balkan fahren? Hatte er private Verbindungen, die ihn in Schwierigkeiten gebracht hatten, hatte er vielleicht eine geheime Freundin in Mazedonien? Oder – war er entführt worden, war der LKW vielleicht gestohlen worden? Hatte er einen Unfall gehabt, und musste er nun ausgelöst werden?  Es konnte also ein Wirtschaftsfall sein, es konnte ein Fall aus dem Bereich Privatdetektei sein – und auch eine Mischung aus Beidem war denkbar.

Wir trafen Konstantin, denn wir waren ihm angekündigt worden. Er sass wie ein Häufchen Elend am Flughafen und wartete auf uns. Sein Problem war, dass er massive Zollvergehen begangen hatte, und die Zöllner in Mazedonien liess sich nicht mit einem Bakschisch „überreden“ – und so hatte Konstantin beim Grenzübertritt wegen der ungenügenden Zollpapiere massive Probleme bekommen – und die Zollbehörde hatte ihn – ohne langes Federlesen – einfach festgesetzt und den LKW schlicht beschlagnahmt. Konstantin durfte den Wagen zwar noch nach Skopje fahren, aber er wurde von einem Bewacher, den der Zoll ihm beistellte, begleitet. In Skopje wurde das Auto auf dem Zollhof abgestellt, aber der Schlüssel lag bei Chef der Zollverwaltung – ganz so, wie es zu alten Balkan-Zeiten gehandhabt worden wäre – insofern hatte sich nicht viel geändert.…      

Nun, mit der Erfahrung bei Wirtschaftsfällen, die wir hatten, und mit einigem Verhandlungsgeschick, sodann: mit dem Freibrief, den wir vom emsländischen Spediteur hatten, konnten wir den Fall innerhalb von wenigen Stunden so weit klar kriegen, dass Konstantin die dringend erwartete Lieferung noch am gleichen Tag nach Athen bringen konnte.  

Das war zwar eine nicht so ganz übliche Aktion, die aber mit freundlicher Beharrlichkeit und mit dem guten Willen aller Beteiligter gut ausging. Ob Konstantin seinen Job bei der Spedition behielt – das wissen wir nicht. Die Lektion für ihn jedenfalls war so deftig gewesen, dass er das wohl nie wieder vergessen hat.


 

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