Detektei Marl

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 Geige
Detektei Marl Detektei Marl 
 Photo: 3sat 2000 

Marl ist eine Industriestadt, in der ungefähr 60% der Fläche nicht industriell genutzt werden, sondern landwirtschaftliche Flächen, Parks, Grünanlagen und Gewässer sind. Die Lage am Nordrand des Ruhrgebiets, im Übergang zum Münsterland, bedeutet für die Stadt auch den Übergang von Industriegebiet in mehr landwirtschaftlich geprägte Tätigkeiten. Platz für Kultur war und ist trotzdem reichlich vorhanden. Die berühmt gewordene Philharmonia Hungarica, bestehend aus den 1956 aus Ungarn geflüchteten Künstlern, wurde zwar inzwischen aufgelöst, hat aber 45 Jahre lang (von 1956 bis 2001) bemerkenswerte Impulse in der Kunstszene der damaligen Bundesrepublik Deutschland und auch im Ausland gesetzt.

Die A&B Detektive wurde von einer Versicherungsgruppe angesprochen und um Mithilfe gebeten.

Was war passiert?

Die Detekteigeschichte aus der Detektei Marl

In die Lagerräume, in denen der Instrumentenfundus eines gut bekannten Sinfonieorchesters gelagert wurde, war eingebrochen worden, und nahezu alle Instrumente waren entwendet worden. Die Musiker eines jeden namhaften Orchesters spielen natürlich auch zum Teil auf sehr kostbaren Instrumenten. Eine Geige aus alter italienischer handwerklicher Herstellung kommt schnell auf einen Wert von mehreren Millionen Euro, und in dem entwendeten Orchesterfundus war nach Angaben des zuständigen Kulturreferenten, der den Schaden an die Versicherung gemeldet hatte, ebenfalls ein solches wertvolles Instrument enthalten.

Wenn dann ein so teures Instrument Schaden nimmt, dann wird die Schadensregulierung für die Versicherung immer ein aufwändiger Akt – ganz zu schweigen von dem Geigenbauer, der die Reparatur sachkundig und fachgerecht durchführen muss.

Die Versicherungssachbearbeiterin prüfte die Unterlagen, konnte aber eine so wertvolle Geige nicht unter den versicherten Instrumenten entdecken – dann wäre nämlich die Versicherungsprämie auch deutlich höher gewesen, und die Versicherung hätte erheblich schärfere Sicherheitsvorkehrungen verlangt.

Warum war die Geige nicht gemeldet, warum fand sich kein Hinweis auf dieses wertvolle Stück? Es gibt natürlich die Fälle, dass wertvolle Instrumente mit deutlich geringerem Wert angegeben werden, um die Versicherungsprämien, die sich ja am realen Wert orientieren, möglichst niedrig anzusetzen. Das Gegenteil ist aber auch manchmal der Fall: relativ geringwertige Instrumente werden hin und wieder mit höherem Wert angegeben, um im Fall der Beschädigung oder des Verlustes eine hübsche Wertsteigerung zu erzielen – nur, dann muss auch eine Wertprüfung die Besonderheit des Instruments bestätigen, und die Versicherungsbeiträge sind dementsprechend höher.

Die Versicherung wollte gern wissen, was sich auf dem grauen Markt für wertvolle Instrumente, die unter Preis angeboten werden, tut. Denn es ist ein teures Projekt für eine Versicherung, wenn der gesamte Fundus ersetzt werden muss, zumal das Orchester keine Chance hatte, seinen Konzertverpflichtungen nachzukommen.

Der Auftrag war nicht ohne – wir mussten die einschlägigen Agenten aufsuchen, und wegen der Qualität und der Menge der gestohlenen Instrumente ermittelten wir auch in den Metropolen der europäischen Musikszene. Da kamen uns unsere internationalen Verbindungen nach London, Mailand, Paris und St. Petersburg sehr gelegen.

Als Gutachter konnten wir glücklicherweise einen der ehemaligen Musiker des Marler Orchesters, der Philharmonia Hungarica, gewinnen.

Es handelte sich um einen inzwischen pensionierten ungarischen Geigenprofessor, István V., der eigentlich viel besser war als es seine letzte Anstellung widerspiegelte. Aber er war, ganz Künstler, viel zu bescheiden, als dass er sich in den Konkurrenzkampf gestürzt hätte. In jungen Jahren war er in Ungarn Geigenbauer gewesen, hatte dann in Budapest Musik studiert, und er verband mit seiner profunden Kenntnis der Instrumententechnik eine ungeheure Fähigkeit, den Wert eines Streichinstruments sehr genau einschätzen zu können. Alle nannten ihn liebevoll „Pistá-Baci“ – was soviel heissen sollte wie „Onkelchen István (Stefan)“ – unter Ungarn ein sehr netter Ehrentitel.  

Unsere Ermittler gewöhnten sich sehr bald an den gemütvollen Pistá – und sie nannten ihn inzwischen genau so. Aber alle Zusammenarbeit erbrachte keine Fortschritte.
Bis uns – auf einmal – aus Porto in Portugal eine Rückfrage unserer dortigen Partnerdetektei erreichte: die örtliche Polizei hatte einen herrenlosen Lastwagen entdeckt, am Strassenrand in einem Vorort von Porto abgestellt, und der mit Instrumenten vollgeladenen war. Der ganze Instrumentenbestand war per LKW nach Portugal gebracht worden, und nun tauchte er dort auf – eines der Ziele war offenbar, die Instrumente nach Südamerika zu verkaufen – vom Fahrer keine Spur. Aus den geladenen Instrumenten ergab sich, dass die Ladung aus diesem Einbruch in Deutschland stammte – und so kamen wir ins Spiel.

Wir nahmen Kontakt mit der Versicherung auf – und innerhalb von drei Tagen waren  zwei unserer Ermittler und Pistá-Baci auf dem Weg nach Oporto - so nennen die Portugiesen die schöne Stadt mit der beeindruckenden Doppelbrücke am Douro-Fluss.

Mit der Bestandsliste der als gestohlen gemeldeten Instrumente in der Hand gingen wir in das Lager der Spedition, wo der LKW inzwischen abgestellt worden war. Pistá hakte die Liste ab, es war tatsächlich der gesamte Instrumentenbestand, der bei dem Einbruch gestohlen worden war,  nichts fehlte!

Aber wo war nur die teure Geige? Pistá-Baci sah sich alle Geigen an, sortierte drei Instrumente heraus, und spielte diese drei Instrumente – und er war ein großartiger Solist!

Eine der drei Geigen aber – so sagte er – das war die wirklich kostbare alte italienische Handarbeit. Gut für den bestohlenen Versicherungsnehmer, dass diese Geige unversehrt geblieben war, und gut für die Versicherung, dass der große Schaden nicht eingetreten war.

Wir überliessen der Versicherung und ihrem Kunden die Fertigstellung des Falles – nun, da die gestohlenen Instrumente wieder gefunden waren.

Pisá-Baci aber schenkte uns zum Abschied unserer gemeinsamen Arbeit eine selbst aufgenommene CD mit einem Konzert, in dem er die Solovioline spielte – ein wahrer Kunstgenuss.Nehmen Sie auch gern persönlich mit uns Kontakt auf. Wählen Sie hierfür die kostenlose Rufnummer

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