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Detektivische Erzählungen aus der Detektei Neuwied
© GNU Free Documentation License Der bestohlene InvestorRAUB – BAU – wörtlich genommen Neuwied am Rhein hat ein hochinteressantes Umfeld, historisch und abwechslungsreich – umgeben von Burgen, Burgruinen, Schlössern und Palais – eine typische Rheinlandschaft. Die im ausgehenden 18. Jahrhundert und im gesamten 19. Jahrhundert aktiven Romantiker – einige Namen: Friedrich Schlegel, Adelheid von Stolterfoth, Clemens Brentano, Achim von Arnim, und an prominenter Stelle auch der englische Maler William Turner und viele andere Künstler – schufen die berühmte Rheinromantik, die von den zahllosen Touristen, die seitdem das Rheintal besuchen, bewundernd nachvollempfunden wird. Romantik ein Wirtschaftsfaktor? Aber ja doch, und ein nicht hoch genug einzuschätzender, unentbehrlicher Faktor, der allem zugute kommt. An diesem kleinen Beispiel zeigt sich einmal mehr, dass alles mit allem zusammenhängt, und dass die Globalisierung nicht verteufelt werden darf, solange sie nicht in unverantwortlicher Weise ausufert. Es ging um ein historisches Gelände, auf dem ein internationaler Inverstor viele Millionen Euro investieren wollte. Es sollte ein internationales Konferenzzentrum erschaffen werden, und wegen des angestrebten internationalen, hochkarätigen Publikums, das erwartet wurde, sollte der Rahmen wirklich diese Rhein-Romantik widerspiegeln. Das alte Schloss, auf das Feinste restauriert, das grosse Gelände darum herum, also der Schlosspark – ein Golfclub sollte darin angelegt werden, die recht steile Hanglage sollte mit einer Art Mini-Bergbahn überaus bequem gemacht werden – die Fernsicht von oben über das Rheintal war einer der Top-Anziehungspunkte für die zu erwartenden Gäste. Nun, bevor man kostspielige Detailpläne erarbeiten lässt, und vor allem, bevor man sich für ein verbindliches, abschliessendes Konzept entschied, wollte man das ganze Projekt doch vorher – nach angelsächsischem Vorbild – komplett untersuchen und die gesamten Besitzverhältnisse zweifelsfrei feststellen lassen. Vor allem sollte klar sein, dass nicht plötzlich unerwartete „Altlasten“ auftauchen, die dem ausländischen Investor die Lust an der Fertigstellung des Projekts hätten verderben können. Man war enorm vorsichtig, und deshalb entschied sich der Investor dazu, einer erfahrenen und zuverlässigen Detektei diesen Auftrag zu übertragen, den A&B-Detektiven. Es ging um die dokumentierten Eigentumsverhältnisse, Grundbucheintragungen, damit also auch Schuldenbelastungen, es ging um die dokumentierte Feststellung der Bausubstanz, von Fachleuten zu erstellen, es ging um die Heranziehung einiger qualifizierter Architektenteams und so weiter. Deutschlandweit:Wir hatten natürlich nicht Fachleute für alle diese Detailfragen in unserem Ermittlerteams, aber wir kannten uns im Umfeld des Projekts gut aus, wir kannten die Behördenleiter, die uns Auskünfte erteilen konnten – und wir waren uns bewusst, dass alle sich durch hervorragende Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit auszeichnen würden – denn der Verlust dieses Projektes wäre ein riesiger Rückschlag für die Entwicklung der gesamten Region. Und als wir dann fast alle Dokumente und Unterlagen zusammen hatten, da stellte sich ein riesiges Hindernis heraus: die Pläne des Schlossparks wiesen eine Flächendifferenz von mehr als zehntausend Quadratmetern aus – obwohl die Flächen damals von einem preussischen Landvermesser höchst sorgfältig vermessen worden waren, stelle sich nach heutiger moderner Messtechnik heraus, dass die Fläche um diesen Betrag kleiner war. Das veränderte alles – die komplette interne Strassenführung, die Detailplanung des Golfplatzes, ja, die Anlage des geplanten Springbrunnens und sogar die der Blumenbeete – es war mehr als bloss ein „kleiner Messfehler“. Wir, die Leute von A&B, mussten jetzt herausfinden, was hier passiert war – und wir hatten nicht mehr viel Zeit, denn die Ausschreibung sollte gestartet werden. Alles andere war bestens in Ordnung, die Gebäude waren lastenfrei, die Eigentümerverhältnisse waren ohne Risiken, das Gelände war insgesamt frei von Altlasten – soviel hatten die Bodenproben ergeben, die wir durch Geologen hatten nehmen und auswerten lassen. Der Investor wurde energisch – hatte er doch alle finanziellen Vorkehrungen bereits getroffen, und ein Aufgeben des Plans würde nennenswerten Verlust für ihn bedeuten – abgesehen von anderen Problemen, die garantiert dann entstehen würden. Wir wurden zu einer Krisensitzung heran zitiert – und man machte uns darauf aufmerksam, dass wir nur deshalb beauftragt worden waren, weil man uns für besser hielt als andere – nun sei es an uns, das zu beweisen. Das war hart an der Erpressung – aber – Recht hatten die Leute, zumindest eine Erklärung müssten wir erarbeiten. Wir nahmen uns die Pläne noch einmal vor, und wir wollten das Gelände noch einmal abfahren. Obwohl der alte Schlosspark ein wenig ausserhalb lag, hatte man - vermutlich aus praktischen Gründen – die Umfassungsgrenze als Ackerweg angelegt, in den vielen Jahren danach wurde aus dem Feldweg allmählich eine Strasse, und so führte die heutige Bundesstrasse genau am Schlosspark entlang. Und während der Fahrer unseres Autos uns auf dieser Bundesstrasse langsam um den Schlosspark fuhr, schrie auf einmal einer der Ermittler, der eine Kopie der alten Karte auf dem Schoss hatte, laut: „Halt mal sofort an!“ Der Ruf war so laut, dass der Fahrer sich erschreckte und so hart in die Bremse stieg, dass wir gehörig durchgeschüttelt wurden. „Ja, was hast du denn?“ fielen die anderen über den Schreier her. Und der zeigte nur triumphierend auf die linke Strassenseite, dahin, wo eigentlich der Schlosspark verlaufen sollte. Aber da standen Häuser, da, wo eigentlich nur alte Bäume hätten stehen dürfen! Fünf schöne, grosszügige Einfamilienhäuser, alle mit schön angelegten Gärten – so ungefähr 15 Jahre alt. Wieso standen da Häuser? Das war doch das Schlossparkgelände! Wir stiegen aus dem Auto und gingen auf eines der Häuser zu – dort werkelte ein älterer Mann im Garten. Den fragten wir, ob sein Gartengrundstück an den Schlosspark grenze – ja, das sei so, war die Antwort. Und ein Wort gab das andere: er und die anderen vier Nachbarn hätten damals nicht schlecht gestaunt, als ein Unternehmer, der schlüsselfertig gebaut hatte, diese fünf Häuser am Rande des Schlossparks angeboten hatte – aber die Verträge waren alle notariell abgeschlossen und alles war eindeutig und völlig einwandfrei abgewickelt worden. Andere Einsatzgebiete:Wir fragten, ob ihm klar sei, dass diese Häuser auf einem Platz stehen, der eigentlich zum Schlosspark gehöre – und wir zeigten ihm die alte Karte. Nehmen Sie auch gern persönlich mit uns Kontakt auf. Wählen Sie hierfür die kostenlose Rufnummer oder füllen Sie unser Kontaktformular aus. |
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