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Die Detektei A&B Detektive | Einsatzort Offenburg *

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Detektivische Erzählungen aus der Detektei Offenburg *

Dreifaltigkeitskirche
Der gotische „Ölberg“
Hopfennarr
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Kunstdiebstähle in Offenburg

Wer sammelte gestohlene Kunst?


Offenburg ist eine Stadt mit einer sehr attraktiven geografischen Lage: gerade mal 10 Kilometer von der französischen Grenze, ungefähr 20 Kilometer bis Strassburg, fast am Rhein gelegen, im weinerfahrenen Ortenaukreis – bildet die Stadt das „Tor zum Schwarzwald“.

Klimatisch „von der Sonne verwöhnt“ – um hier einmal einen uralten Werbespruch zu zitieren, reich gesegnet mit tüchtigen Zeitungsmachern und kulturell aufgeschlossenen Bürgern, deren hoher Kunstverstand manchmal ein unbekannt  hohes  Mass eingenommen hat.

„Fasent“ – die schwäbisch-alemannische  Fastnacht, wird hier gefeiert.  Fasent wird begangen nicht nur in Südwestdeutschland,  sondern auch im benachbarten österreichischen Vorarlberg, in der Nordschweiz und im Elsass – also ein grenzüberschreitender Brauch, der älter ist als Staatsgrenzen.

In Offenburg passieren auch schon mal ein paar Unerlaubtheiten – es wird zu schnell gefahren, die Polizei hat hin und wieder ein paar Diebstähle aufzuklären, und wenn die grossen Volksfeste stattfinden, kommen hin und wieder zur Verstärkung zusätzliche Polizeikollegen in die Stadt – das sind dann aber keine Leute aus der norddeutschen Tiefebene oder aus  der Gegend, wo man beim Sprechen an einen „s-pitzen S-tein s-tösst“ – das sind dann schon Beamte, die Verständnis  für dieses Brauchtum haben.

Wir, die A&B Detektive, wurden nach Offenburg gerufen zu einem etwas eigenartigen Fall von Diebstählen, die sich über Jahre immer wieder ereigneten.   

Was war passiert?  In unbestimmbaren Zusammenhängen fanden  Einbruchsdiebstähle statt,  und es wurde in Villen eingebrochen, in denen Leute wohnten, die nicht ganz arm waren, die sich aber allesamt dadurch auszeichneten, dass dort Kunst gesammelt wurde. Gestohlen wurde alles mögliche – Porzellan stand auf der Liste, alte Münzen, chinesische Antiquitäten, und immer wieder Bilder, Gemälde, alte wertvolle Stiche.

Es wurde regelmäßig Anzeige erstattet, aber die Kunstwerke waren und blieben verschwunden – die erzürnten Sammler, die sich natürlich alle untereinander kannten, waren irgendwann mal auf die Idee gekommen, sich die Kosten für eine erfahrene Detektei zu teilen, und die A&B-Leute zu beauftragen, den Versuch zu machen, die gestohlene Kunst zurückzukriegen – oder zumindest den Versuch zu machen herauszufinden, was hier gespielt wurde.

Gut – aber es war ein schwieriges Feld.

Wir baten alle, die sich als geschädigt gemeldet hatten, uns Listen der entwendeten Kunstwerke auszuhändigen.  Die in den Listen ebenfalls ausgeworfenen Werte für die Werke waren teilweise nicht spektakulär, andere aber waren schon bedeutend. Problematisch natürlich war auch, dass die wenigsten Sammler ihre Kunstschätze versichert hatten – die Prämien wären sehr hoch gewesen, und man fühlte sich sehr sicher – es wird schon nichts passieren… bis eben doch was passierte.

Was die Suche so schwierig machte, war die Tatsache, dass die über Jahre hinweg entwendeten Teile nie eine klare Linie erkennen liessen. Es gab kein einfach zu erkennendes Muster für diese Diebstähle und die dabei entwendeten Teile.

Unsere Ermittler haben keine Beschränkung dabei, sich Lösungen einfallen zu lassen. Und einer unserer Ermittler, im früheren Beruf war er Kriminalbeamter gewesen, der in einer rheinischen Großstadt viel mit Kunstdiebstählen zu tun hatte und der dabei auch den einen oder anderen Galeristen kennengelernt hatte. Dabei hatte er sich selbst dafür zu interessieren begonnen – und war allmählich zum bescheidenen Hobby-Kunstsammler geworden. Diesen Kollegen beauftragten wir damit, den Fall in Ruhe und kenntnisreich zu bearbeiten.

Und hier stellte sich einmal mehr heraus, dass Spezialwissen sich auszahlt. Man muss nur lange genug warten, bis es abgerufen wird.

Alle Ermittler, die sich bisher mit diesen Diebstählen beschäftigt hatten, waren auf die Idee gekommen, die Diebe im benachbarten Frankreich oder in der Schweiz zu sehen – ohne Erfolg. Unser Hobby-Kunstsammler hingegen spannte seine Bekannten ein, Galeristen,  Beobachter von Auktionen, auf denen Kunstwerke angeboten wurden – und er kam mit systematischer Suche dahinter, dass der Grossraum Berlin viel öfter für Weiterverkäufe dieser Gegenstände in Frage kam. Und mit viel Geduld – und auch mit Glück – kam ihm ein „roter Faden“ in die Hand: bei all dem „Kraut und Rüben“, das gestohlen worden war, waren immer wieder ein paar Bilder, die durch ihre Seltenheit auffielen: es waren Bilder des Thüringer Malers Gerhard Altenbourg,  der in der ehemaligen DDR ein beinahe totgeschwiegener Maler gewesen war, aber dessen Werke ungeahnte Bedeutung hatten. Einige Offenburger Sammler – aber nicht nur diese – hatten Altenbourg –Werke gesammelt – und die waren immer wieder gestohlen worden.

Altenbourg hiess eigentlich Ströch, und hatte sich den Künstlernamen Altenbourg nach der Stadt Altenburg gegeben, zu der er eine enge Beziehung hatte, bis zu seinem Tode im Jahre  1989.

Die Skatstadt Altenburg in Thüringen aber war eine der Partnerstädte von Offenburg.

Unser Ermittler stellte fest: die gestohlenen Werke waren – quasi zu Tarnungszwecken - mehr oder weniger nur um die Altenbourg-Bilder herum gestohlen worden, und es gab offenbar einen Sammler oder einen Galeristen, der die in Offenburg  hängenden Altenbourg-Bilder sammelte.

Dass dafür eine hochspezialisierte „Diebesbande“ erforderlich sein musste – das war klar. Oder war es gar der Sammler selbst, der sich darum kümmerte?

Unser Ermittler erteilte seinen Bericht an die Auftraggeber in Offenburg.  Er trug das vor, was er ermittelt hatte. Die Sammler aus Offenburg nahmen den Bericht nachdenklich zur Kenntnis.

Unser gemeinsam erarbeiteter Plan war so:  wir veranlassten die Sammler, einen ausführlichen Bericht in der lokalen Presse zu veröffentlichen und darin mitzuteilen, dass sie vermuteten, wie es sich mit den Diebstählen verhielte, nämlich dass die Altenbourg-Bilder Ziel der Einbrüche gewesen seien.  Dann teilten sie mit, dass sie alle inzwischen noch bei ihnen verbliebenen Altenbourg-Bilder verkauft hätten. 

Und das war das Ergebnis: in Offenburg hörten diese Kunstdiebstähle auf – es war offenbar geglückt, den oder die Sammler davon zu überzeugen, dass es keinen „Altenbourg“ mehr in Offenburg zu holen gab.

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