Karstadt, Arcandor und das Chaos um die Rettung

Lange hatte es gedauert, viele Stunden und Tage war verhandelt worden, um dann letztlich sehr schnell zu einem scheinbar guten Ende zu kommen: Karstadt ist gerettet. Vorerst. Denn noch ist nicht ganz klar, wie es in Zukunft mit dem Großkonzern weitergehen soll. Von umfassenden Umstrukturierungen ist die Rede und von Veränderungen in der Konzernstruktur. Es bleibt abzuwarten, wie sich Karstadt am eigenen Zopf aus dem Wasser ziehen wird.

Ebenfalls unklar ist das Schicksal der Arcandor-Börsenpapiere. Arcandor ist der ehemalige Mutterkonzern von Karstadt. Diejenigen, die im Besitz dieser Aktien sind, hatten nicht zu Unrecht gehofft, dass die Papiere mit der Einigung um Karstadt wieder kräftig steigen würden. Gestiegen sind sie auch: um einige Prozentpunkte, um dann richtig abzustürzen. Insgesamt ergab sich bisher ein Kursminus von mehr als sieben Prozent. Trotzdem ist der Börsenwert von Arcandor unverändert hoch.

Der Insolvenzverwalter der Karstadt-Abwicklung hatte es aus Kostengründen einfach abgelehnt, die Zombie-Papiere von Arcandor vom Markt zu nehmen. Die Aktionäre sind im Übrigen die Allerletzten, die von einer Karstadt-Rettung profitieren werden. Zuvor müssen sämtliche Gläubiger befriedigt werden. Das Geld dürfte also verloren sein.

Abschliessende Bemerkung vom 10.11.2010:

Man hat sich gütlich geeinigt.