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      Detektive.com Detektivlexikon Thema: Anzeigepflicht

      Definition von Anzeigepflicht  

      Als Anzeigepflicht bezeichnet man die Pflicht zur Erstattung einer Strafanzeige gemäß der Vorschrift des deutschen Strafgesetzbuchs (StGB).

      Diese Pflicht besteht lediglich für einzelne Berufsgruppen, wie Polizeibeamte oder militärische Dienstvorgesetzte. Das Unterlassen kann in diesen Fällen als Strafvereitelung im Amt strafbar sein. Nach § 138 StGB ist das Unterlassen der Anzeige bestimmter Straftaten bei Kenntnis vom Vorhaben einer noch nicht begonnenen oder der Ausführung einer noch nicht beendeten Tat, wie von Landesverrat, Mord, Totschlag, Raub und Menschenraub oder eines gemeingefährlichen Verbrechens, für jedermann strafbar. Der Betreffende kann bei Unterlassung der Anzeigepflicht mit Freiheitsstrafe (bis zu fünf Jahren) oder Geldstrafe belegt werden.

      Detektive haben keine Anzeigepflicht

      Im Gegensatz zu einem Polizeibeamten hat ein Detektiv keine Anzeigepflicht bei kleineren Delikten, wenn er während einer Observation eine strafbare Handlung beobachtet. Wird also im Zuge der Bearbeitung eines Falles durch den Detektiv beispielsweise ein Diebstahl oder eine Unterschlagung beobachtet, so kann der Täter „betriebsintern“ belangt werden. Ein Strafverfahren ist nicht zwingend notwendig. Ein behördlicher Mitarbeiter hingegen hätte nun eine Strafverfolgungspflicht. Der Arbeitgeber kann sich dann mit dem Täter beispielsweise außergerichtlich auf Schadenersatz, Erstattung der Detektivkosten und Auflösung des Arbeitsverhältnisses einigen. Dem Täter bleibt das strafrechtliche Verfahren erspart und er ist nicht vorbestraft.

      Auch bei familiären Auseinandersetzungen ist es hilfreich, dass es die Anzeigepflicht für eine Detektei nicht gibt. Wird also ein Mitglied der Familie bei einer leichteren Straftat gesehen, so muss der Privatdetektiv dieses keineswegs zur Anzeige bringen. Vielmehr ist es auch hier machbar, die Sache innerfamiliär zu regeln.

      Allerdings gibt es mitunter eine Anzeigepflicht zu geplanten Straftaten

      Erlangt jemand Kenntnis von einer geplanten Straftat und zeigt dieses nicht an, so kann das in Deutschland bei bestimmten Vorgängen eine Straftat nach § 138 des Strafgesetzbuches (StGB) sein. Auch hier gibt es bei bestimmten Vorgängen und für bestimmte Personengruppen (z. B. Priester) Ausnahmen nach § 139 StGB.

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