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      Detektive heben Diebesbande aus - Fallstudie

      Detektive heben Diebesbande aus

      Der relativ lange und strenge Winter 2010/2011 behinderte viele Arbeitseinsätze auf Baustellen. Dadurch gerieten fest eingeplante Arbeiten in unerwartete Terminnot.

      Einer unserer Kunden, der regelmäßig Installationsarbeiten auf Baustellen durchführte, kam zu uns und berichtete von einem eigenartigen Gespräch, das er mit einem seiner Vorarbeiter geführt hatte.

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      Er hatte – mit einigen Wochen Verzögerung – endlich eine lang geplante Baustelle einrichten können, und seine Installationsarbeiten sollten beginnen. Das dazu benötigte Material sollte nun mit Vorrang bestellt werden und er besprach mit dem Vorarbeiter die genauen benötigten Mengen. Die Beschaffung von Trägern, Stahldraht und Stahlbauteilen war kein Problem, diese Teile lagen offenbar beim Fachhandel auf Lager. Aber schwierig wurde es, die benötigten Elektrokabel zu besorgen. Alle ihm bekannten Lieferanten, die er angerufen hatte, meldeten Lieferengpässe. Sogar der direkte telefonische Kontakt mit dem Kabelfabrikanten in Frankreich half nicht weiter – „kein Lagerbestand“ lautet die Auskunft.

      Da kam sein Vorarbeiter mit einer sehr überraschenden Idee: er kenne einen Lieferanten, der in keinem Branchenbuch stehe, und der auch nicht besonders bekannt werden wolle, aber der habe ihm bisher immer mit Material ausgeholfen, wenn es schwierig gewesen wäre, an knappe Produkte heranzukommen.

      Gut, einen gewissen Preisaufschlag müsse man schon akzeptieren, aber in der Not sei das immer noch besser als hohe Konventionalstrafen zu zahlen und dabei obendrein zu riskieren, den Kunden wegen zu später Fertigstellung des Auftrags komplett zu verlieren.

      Das hörte sich zunächst gut an, und unser Kunde hatte seinem Vorarbeiter den Auftrag erteilt, sich mal unverbindlich zu erkundigen, ob das fehlende Kabel bei seiner Quelle zu bekommen wäre.

      Am anderen Morgen kam der Vorarbeiter mit der guten Nachricht: ja, seine Quelle könne am folgenden Tag liefern. Große Erleichterung! Der Auftrag wurde erteilt, der Preisaufschlag von immerhin 15% war zwar viel Geld, aber das war besser, als die bereits erwähnte Vertragsstrafe wegen verspäteter Fertigstellung zu zahlen.

      Wir begriffen allerdings noch nicht, warum unser Kunde uns eine Geschichte, die so gut ausgegangen zu sein schien, so ausführlich erzählte. „Abwarten!“ kam von ihm als Antwort.

      Am nächsten Tag wurde das Kabel geliefert. Und fast zeitgleich bekam der Bauunternehmer einen Anruf von einem Wettbewerber, der in der Nachbarstadt tätig war. Der teilte ihm mit, dass beim ihm in der vergangenen Nacht auf dem Bauhof eingebrochen worden war, und dass eine komplette Kabeltrommel gestohlen worden war.  Unserem Kunden kam ein böser Verdacht – ob DAS vielleicht „seine“ Kabeltrommel sein könnte? Man tauschte sich über Details aus, die auf der Trommel standen – und die Typenbezeichnung, der Hersteller und alle weiteren Einzelheiten passten zusammen: diese Trommel aus der hilfreichen Lieferung war eindeutig Hehlerware, in der Nacht zuvor vom Bauhof des Wettbewerbers in der Nachbarstadt geklaut.

      Aha, uns dämmerte allmählich, was wir damit zu tun haben würden – und genau so kam es. Der Kunde hatte nämlich zu allem Überfluss seinen eigenen Vorarbeiter insgeheim im Verdacht, an solchen Schiebereien hin und wieder beteiligt zu sein. Denn auch ihm war schon mal ein Produkt von der Baustelle verschwunden worden, welches irgendwo anders dringend benötigt wurde…

      Und der Vorarbeiter hatte hin und wieder Andeutungen gemacht, die in eine ganz bestimmte Richtung andeuteten. So wusste er immer verdammt gut Bescheid, welches Material auf anderen Bauhöfen da herumlag.

      Den Mann direkt anzusprechen, verbot sich, und die Polizei sollte in diesem frühen Stadium der eigenen Ermittlungen noch nicht eingeschaltet werden – dann wären die Schieber gewarnt gewesen. Deshalb wurde also der Auftrag an uns erteilt, für Klarheit zu sorgen. Es kann ja nicht angehen, dass Hehlerbanden knappes Baumaterial verschieben – da muss die Bauindustrie sehr kollegial zusammenarbeiten – Konkurrenz hin oder her!

      Also schwärmten wir aus, mit dem Auftrag, eine bestimmte Menge historische Dachziegel zu beschaffen, die genau so auf dem Bauhof unseres Kunden lagen. Wir suchten den „Meisterbeschaffer“ auf, und der vertröstete uns – wir sollten mal ein paar Tage warten. Er werde sich bei uns melden…

      Der erwartete Bescheid kam: ja, das Material könne kurzfristig geliefert werden, Aufpreis: diesmal sogar 25% – weil es so selten sei… Wir gaben eine unverfängliche Lieferadresse an und legten uns auf die Lauer: sowohl bei unserem Kunden auf dem Bauhof als auch an der Adresse des Lieferanten. Und es geschah, wie wir es erwartet hatten: nachts, gegen 2.00 Uhr wurden die Ziegel abgeholt. Und wer führte das Kommando? Der Vorarbeiter unseres Kunden, und er fuhr auch den LKW, der mit einem eigenen Kran ausgerüstet war und so ein höchst professionelles Arbeiten ermöglichte. Der Wagen fuhr auf den Bauhof des Beschaffers, wo er beladen stehenblieb – da hatten wir ihn auch erwartet. Unsere Kollegen am Zielort machten genau so Fotos, wie wir es am Abholort getan hatten.

      Als dann der Lieferant am nächsten Morgen pünktlich mit den Ziegeln beim Besteller vorfuhr, standen wir bereits aufgereiht da, zusammen mit unserem Kunden, dem die Ziegel gehörten und mit dem Kunden, der zum Schein die Ware bestellt hatte.

      Und auf dem Tisch im Büro lagen schöne Fotos, mit Nachtsichtkameras aufgenommen, die zeigten, wie nachts die Ziegel bei dem einen Bauhof aufgeladen worden waren – und alle Akteure waren sehr schön getroffen und zu erkennen, und auch der Vorarbeiter unseres Kunden war deutlich zu sehen.

      Als der Hehler merkte, dass er erwischt worden war, gab er sofort auf – er versuchte gar nicht mehr, irgendwelche Erklärungen abzugeben. Und als gar die Polizei mit mehreren Einsatzwagen auf dem Hof vorfuhr, da war die Sache auch ganz schnell für uns zu Ende.